Weihnachtssinn statt Weihnachtswahnsinn

Der zweite Adventsamstag – man könnte die Adventsamstage auch in Weihnachtsshoppingwahnsinntage umbenennen – ist vorbei und wie schon nach dem ersten Adventsamstag kann der Handel auch nach dem zweiten jubeln. Eine regionale Zeitung schrieb: „Feststimmung bei Handel.“

So stelle ich mir die Frage: Und bei uns Konsumenten? Wie steht es da um die Feststimmung?

Jedes Jahr spüre ich förmlich, wie der allgemeine Gemütszustand in Wien (und bestimmt auch in jeder anderen Stadt) speziell um diese eigentlich besinnliche Jahreszeit ganz und gar nicht besinnlich wird. Gereiztheit, Ungeduld und Stress stehen an der Tagesordnung. Geschenke, Geschenke, Geschenke! Jeder ist auf der Suche danach. Einkaufsstraßen, die schon unterm Jahr und ohne besonderen Anlass mehr als gut besucht sind, sind zu dieser ach so besinnlichen Zeit kaum auszuhalten. Massen von Menschen schieben sich durch die Straßen und laufen von Geschäft zu Geschäft, die Hände schon voll mit prall gefüllten Einkaufstaschen. Jeder ärgert sich über die anderen, die einem vor die Füße laufen und nur auf sich fokussiert sind.

Feststimmung = wohl gleich null.

Aber: Muss das so sein?

Die Adventszeit beginnt im Herzen eines jeden Menschen.
Licht ist etwas, das sich im Inneren entfaltet und nach außen strahlt. (Gudrun Kropp)

Auch das ist also eine Möglichkeit:

Weg von Konsum und Shoppingwahn hin zum wirklich Wichtigen. Das kann sein: ein offenes Ohr für das Anliegen eines Mitmenschen, gemeinsame Zeit statt noch eine Krawatte für Papa, innere Ruhe und Zeit für sich statt Hektik und Stress.

Wie wir das erreichen können? Indem wir den Druck von uns selbst nehmen, alles perfekt machen zu müssen, perfekt sein zu müssen, das perfekte Geschenk finden zu müssen.

Falls auch du Jahr für Jahr zur Adventszeit eine innere Unruhe und Hektik verspürst, nimm dir doch einen Augenblick Zeit nur für dich, schließe die Augen und denke daran, was dich Jahr für Jahr um diese Zeit am meisten stresst. Wenn du dazu einen Gedanken, ein Bild oder eine Empfindung hast, überlege dir im nächsten Schritt, wie du diesen Stressmoment für dich verringern oder sogar ganz loslassen kannst.

Als weiteren Schritt denke darüber nach, was für dich das Schönste an der Adventszeit und Weihnachten ist. Wenn du auch hier etwas gefunden hast, versuche, diese Schöne für dich zu stärken und noch bewusster zu (er)leben. Gib diesem Teil einfach mehr Raum.

Ich für meinen Teil weiß zum Beispiel, dass es mich unglaublich stresst, um diese Zeit in Geschäfte zu gehen, um Geschenke zu suchen. Ich habe daher eine Vorliebe für Fotogeschenke entdeckt (zum Beispiel einen selbst gemachten Kalender mit Fotos und Zitaten oder ein Familienmemory mit Urlaubsfotos), die ich in Ruhe zu Hause machen kann, nebenbei höre ich Entspannungsmusik und gönne mir eine heiße Tasse Tee und Kekse (am liebsten selbst gemacht von der Mama). Das finde ich sogar unglaublich ausgleichend und vor allem auch lustig. Zusätzlich habe ich auch schon Gutscheine für meine Liebsten gebastelt. Das alles freut sie oftmals viel mehr, weil sie spüren, dass man sich wirklich Gedanken gemacht hat und vor allem kommt es auch nicht auf den (Geld)Wert eines Geschenkes an, denn:  

Die Ware Weihnacht ist nicht die wahre Weihnacht. (Kurt Marti)

Wie geht es dir mit Weihnachten und den ganzen Vorbereitungen? Ist es purer Stress oder eine Lieblingszeit von dir? Ich bin gespannt, was du darüber berichtest.

Autor: Ines_nothing.to.say

Seit mehr als zehn Jahren beschäftige ich mich mit Meditation und Achtsamkeit und habe in dieser Zeit auch die Ausbildung zur Entspannungs- und Achtsamkeitstrainerin gemacht. Bewussheit und Achtsamkeit in mein tägliches Leben zu bringen, das sich dadurch sehr zum Positiven verändert hat, ist nach wie vor mein erklärtes Ziel. Weiters ist es ist mir ein Herzensanliegen, auch andere Menschen dafür zu öffnen und ihnen zu zeigen, wie hilfreich und auch leicht es ist, sich jeden Tag bewusste Glücksmomente und Zeit mit sich selbst zu schenken. Man muss sich dafür nicht zwingen, eine Stunde im Lotussitz und mit geschlossenen Augen ruhig zu sitzen und an nichts denken zu dürfen. Ich möchte dir zeigen, dass es viel einfacher ist...

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