Inspirierende Lebensweisheiten aus Büchern

Von allen Welten, die der Mensch erschaffen hat, ist die des Buches die gewaltigste. (Heinrich Heine)

Heute findest du einmal keine Zeilen von mir persönlich, sondern gesammelte Zitate und Texte aus von mir gelesenen Büchern, die mich rund um die Themen Leben, Freude, Sinn, Alleinsein und Angst unglaublich inspiriert haben und es nach wie vor tun.

Vielleicht fühlst du dich ja auch von der einen oder anderen Weisheit angezogen. Mit dabei sind Texte von Sergio Bambaren, John Strelecky, Antoine de Saint-Exupéry, Seneca, Khalil Gibran, Roland Schweppe/Aljoscha Long und Ajahn Brahm.

Sergio Bambaren, Die Botschaft des Meeres

Vollkommenheit

Wir sollten uns alle mindestens einmal am Tag die Zeit nehmen, einen wahrhaft vollkommenen Moment zu erleben. In den Augen eines neugeborenen Kindes, im Duft einer Blume, im Summen eines Kolibris, in all den täglichen Wundern, die das Leben für uns bereithält.

Gewöhne dich nie an das Leben. Betrachte jeden Tag als einen Neuanfang, als einmalige Gelegenheit, etwas Vollkommenes zu entdecken.

Alleinsein

Was für wundervolle Momente man doch erleben kann, wenn man mit sich selbst allein ist!

In all den Jahren habe ich immer wieder festgestellt, dass mir die schönsten Gedanken oft dann kommen, wenn nichts zwischen ihnen und mir steht. Manchmal habe ich Angst, allein zu sein, dabei gibt mir das Alleinsein Gelegenheit, meinem inneren Selbst, meiner eigenen Stimme, dem, der ich wirklich bin, zu lauschen. (…)

Allein zu sein ist eine phantastische Gelegenheit, die mir hilft, zu erkennen, wer ich bin.

Lerne allein zu sein. Lerne dein Alleinsein willkommen zu heißen.

Zeit

(…) Einst raste das Leben unaufhaltsam an mir vorbei. Doch seit ich das Kind in mir wiedergefunden habe, hat sich das geändert. Wenn ich das Kind in mir nicht verliere, werde ich niemals alt werden. Der vollkommene Erwachsene ist wohl der, dem es gelingt, in Harmonie mit dem inneren Kind zu leben, das er immer sein wird. Dann wird er das Leben mit den Augen eines Kindes sehen, und jeder neue Tag wird ihn erstaunen.

Zeit: das Geheimnis entdecken, wie man wächst, ohne zu altern. Das Geheimnis, wie man Weisheit erlangt, ohne zum Schulmeister zu werden.

Liebe

Alle Jahreszeiten sind wunderbar, wenn man anfängt, sie mit reinem Herzen zu erleben: der Sommer mit seiner Wärme und der Winter mit seiner Kälte; der Frühling, der uns sagt, dass das Leben von neuem erblüht und der Herbst, der uns daran erinnert, dass alles im Leben geboren werden, leben und sterben muss.

Doch was mich wirklich nachdenklich stimmt, sind die Zeiten des Übergangs. Will der Winter wirklich sterben, damit der Frühling uns mit neuer Hoffnung erfüllen kann, oder ist es der Frühling, der dem Winter ein Ende setzt? Geht der Sommer vorüber, weil alles sterben muss, oder ist es der Herbst, der uns sagt, dass nicht ewig währt?

Das Leben

Und ich lerne etwas sehr Wichtiges: dass das Leben kostbar ist.

Ja, wahrhaftig, das ist es. Jede Sekunde davon, jeder einzelne Atemzug. Er ist ein Segen, dieser Glorienschein des Lebens, der uns umgibt, ein Geschenk. Er ist unser größter Schatz, und wir sollten stets für ihn Sorge tragen.

Wir sparen uns vieles im Leben für später auf, doch im Laufe der Jahre habe ich gelernt, dass wir versuchen sollten zu leben, als ob es kein Morgen gäbe, denn was zählt, ist das Jetzt. Und wenn es mir gelingt, mein Leben in jedem Augenblick voll und ganz auszukosten, dann werde ich am Ende der Reise auf ein Leben voll freudiger Momente zurückblicken können. Ich werde wahrhaft gelebt haben.

Ich glaube, dass eine tausend Kilometer weite Reise mit dem ersten Schritt beginnt, doch er muss in die richtige Richtung gehen. Machen wir diesen Schritt mit Bedacht, damit wir sicher sein können, dass wir das Leben führen, das wir führen sollen. Für jeden von uns ist das Leben kurz, egal, wie alt oder jung wir sterben. Also versuche, aus deinem Leben etwas Besonderes zu machen.

Angst

Und ich begreife, was es mit diesen Worten auf sich hat: Was wäre, wenn…

Sie existieren nicht, nicht wirklich, es gibt sie nur in deinem Kopf. Aber eines ist sicher. Im Alltag stehe ich ständig vor Entscheidungen – in meiner Beziehung, bei der Arbeit, bei allem, was ich tue. Und jetzt weiß ich, wie wichtig es ist, dass meine Entscheidungen sich nicht nur auf Ängste gründen, die nur in meinem Kopf existieren, sondern auf die Freiheit, die daraus entspringt, dass ich das Leben mit eigenen Augen betrachte und das „Was wäre, wenn“ nicht zwischen mich und denjenigen treten lasse, der ich sein will, sondern das tue, was mein inneres Selbst mir sagt.

Sergio Bambaren, Der träumende Delphin

Gerade in der größten Verzweiflung hast du die Chance, dein wahres Selbst zu finden.

Genauso wie Träume lebendig werden, wenn du am wenigsten damit rechnest, wird es mit den Antworten auf jene Fragen sein, die du nicht lösen kannst.

Folge deinem Instinkt wie einem Pfad der Weisheit und lass Hoffnung deine Ängste vertreiben.

Neue Welten zu entdecken wird dir nicht nur Glück und Erkenntnis, sondern auch Angst und Kummer bringen.

Wie willst du das Glück wertschätzen, wenn du nicht weißt, was Kummer ist?

Wie willst du Erkenntnis gewinnen, wenn du dich deinen Ängsten nicht stellst?

Letztlich liegt die große Herausforderung des Lebens darin, die Grenzen in dir selbst zu überwinden und so weit zu gehen, wie du dir niemals hättest träumen lassen.

Durch unsere Entscheidungen definieren wir uns selbst.

Allein durch sie können wir unseren Worten und Träumen Leben und Bedeutung verleihen.

John Strelecky, Das Café am Rande der Welt

Schließlich kristallisierten sich mein ZDE (Anm: Zweck der Existenz) und die Art und Weise, wie ich ihn erfüllen möchte, heraus. Ironischerweise war ich nun mit der größten Schwierigkeit konfrontiert. Wenn man vor der Entscheidung steht, ein Leben zu führen, das der eigenen Bestimmung entspricht, oder so weiterzuleben wie bisher, sollte man eigentlich annehmen, dass einem die Wahl leichtfällt. Aber so ist es nicht.

Im Laufe der Zeit habe ich beobachtet, dass die meisten Menschen ihre Reise an diesem Punkt beenden. Sie spähen durch ein Loch im Zaun und können deutlich das Leben erkennen, das sie gerne haben würden, aber aus allen möglichen Gründen öffnen sie das Tor nicht und gehen nicht auf dieses Leben zu.

Anfangs war ich deswegen sehr betrübt. Aber wie Mike schon sagte, treffen Menschen diese Entscheidungen zu den unterschiedlichsten Zeiten. Manche treffen sie als Kinder, manche später und manche tun es nie. Diese Entscheidung lässt nicht herbeizwingen, und es kann nie die Entscheidung eines anderen Menschen sein, sondern nur die eigene.

Ich konnte das Tor aufgrund der Erkenntnis öffnen, dass „man nicht befürchten kann, keine Möglichkeit mehr zu haben, etwas zu tun, wenn man es bereits getan hat oder es jeden Tag macht.“ Dies ist nun eins der grundlegenden philosophischen Prinzipien, nach denen ich mein Leben gestalte.

Antoine de Saint-Exupéry, Der Kleine Prinz

Abschied vom Fuchs

Und er kam zum Fuchs zurück.

„Adieu“ sagte er…

„Adieu“ sagte der Fuchs. „Hier ist mein Geheimnis. Es ist ganz einfach: Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

„Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar“, wiederholte der kleine Prinz, um es sich zu merken.

„Die Zeit, die du für deine Rose verloren hast, sie macht deine Rose so wichtig.“

„Die Zeit, die ich für meine Rose verloren habe…“, sagt der kleine Prinz, um es sich zu merken.

„Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen“, sagte der Fuchs. „Aber du darfst sie nicht vergessen. Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast. Du bist für deine Rose verantwortlich…“

„Ich bin für meine Rose verantwortlich…“, wiederholte der kleine Prinz, um es sich zu merken.

Seneca, De brevitate vitae – Die Kürze des Lebens

Wir haben nicht wenig Zeit – nur vertan haben wir viel davon. Das Leben ist lang genug und reicht aus zur Vollendung größter Taten, wenn es als ganzes gut angelegt würde; sobald es aber durch Verschwendung und Achtlosigkeit zerrinnt, sobald es nur für schlechte Zwecke verwendet wird, dann merken wir erst vom äußersten Verhängnis bedrängt, dass es vergangen ist – dass es vergeht, haben wir nicht erkannt.

Ja, es ist nicht so, dass wir ein kurzes Leben bekommen, sondern wir haben es kurz gemacht; und wir sind damit nicht mangelhaft ausgestattet, sondern wir gehen nur verschwenderisch damit um. Wie ein gewaltiges, königliches Vermögen, wenn es an einen schlechten Besitzer geraten ist, im Nu verschleudert wird, ein noch so bescheidenes jedoch durch Nutzen wächst, wenn es einem übergeben worden ist, der es gut behütet, so bietet unser Leben dem, der es gut einteilt, weiten Spielraum.

Was klagen wir über die Natur? Sie hat sich freigebig gezeigt: das Leben ist lang, wenn man es zu gebrauchen versteht.

Khalil Gibran, Der Prophet

Liebt einander, doch seht zu, dass diese Liebe keine Fessel wird.

Sondern eine wogende See zwischen den Stränden eurer Seelen.

Schenkt einander ein, aber trinkt nicht aus demselben Becher.

Gebt euch von eurem Brot, aber esst nicht vom selben Laib.

Singt und tanzt und seid fröhlich zusammen, doch bleibt zugleich für euch.

So wie die Saiten einer Laute, die getrennt sind und doch unter derselben Musik schwingen.

Gebt eure Herzen, aber nicht in die Obhut des anderen.

Denn allein in der Hand des Lebens liegen eure Herzen.

Steht zueinander, aber nicht zu nahe beieinander.

Denn auch die Säulen des Tempels sind jede für sich.

Und Eichen und Zypressen gedeihen nicht im Schatten des anderen.

Ronald Schweppe/Aljoscha Long, Füttere den weißen Wolf

Weisheitsgeschichten, die glücklich machen

Unter dem weiten Sternenhimmel, unter dem Licht des Ahnenmondes, unter der Decke des Großen Geistes saßen Roter Hirsch, der Älteste des Volkes, und Kurzer Pfeil, der Sohn seines Enkels, am wärmenden Feuer. (…)

Roter Hirsch sah in den Himmel hinauf, sah ins Feuer, sah in sein Herz. Nach langem Schweigen sprach er schließlich: „Seit Anbeginn der Welt, noch bevor der Coyote, der Trickreiche, durch die Prärie streifte, noch bevor unser Volk auf Pferden ritt, leben im Herzen eines jeden Menschen zwei Wölfe. Der eine ist weiß und strahlt wie die Mittagssonne, der andere ist schwarz wie die mondlose, wolkenverhangene Nacht. Erbittert kämpfen beide miteinander.“

„Kämpfen diese Wölfe denn auch in meinem Herzen?“, fragte Kurzer Pfeil und legte die Hand auf seine Brust.

„Ja, auch in deinem Herzen,“ nickte der Alte. „Auch in meinem Herzen, auch in dem deiner Schwestern und Brüder, deines Vaters und deiner Mutter. Sie leben und kämpfen im Herzen eines jeden Menschen. Doch die Wölfe unterscheiden sich nicht nur in der Farbe ihres Fells. Der schwarze Wolf fletscht die Zähne, er droht und knurrt und beißt, er ist rachsüchtig, grausam und gierig. Der weiße Wolf aber ist klug, sanft und liebevoll. Er liebt die Menschen und ist gütig und weise.“ (…)

„Aber welcher Wolf ist nun der stärkere? Welcher wird den Kampf gewinnen?“

„Der, den du fütterst“, antwortete der Alte.

Ajahn Brahm, Die Kuh, die weinte

Zwei mangelhafte Backsteine

Nachdem wir 1983 Land für unser Kloster gekauft hatten, waren wir völlig pleite und steckten bis zum Hals in Schulden. (…)

Also musste ich das Bauen von Grund auf erlernen. (…)

Als Mönch verfügte ich über so viel Geduld und Zeit, wie ich brauchte. Ich gab mir also große Mühe, jeden Backstein perfekt einzupassen, ganz gleich wie viel Zeit ich dafür benötigte. Und irgendwann war die erste Backsteinmauer meines Lebens fertig gestellt. Voller Stolz trat ich einen Schritt zurück, um mein Werk zu begutachten. Erst da fiel mir auf – das durfte doch nicht wahr sein! – dass zwei Backsteine das Regelmaß störten. Alle anderen Steine waren ordentlich zusammengesetzt worden, aber diese zwei saßen ganz schief in der Mauer. Ein grauenvoller Anblick! Zwei Steine hatten mir die ganze Mauer versaut. (…)

Etwa drei oder vier Monate später wanderte ich mit einem Gast über unser Terrain. Plötzlich fiel sein Blick auf die Schandmauer.

„Das ist aber eine schöne Mauer“, bemerkte er wie nebenbei.

„Sir“, erwiderte ich etwas überrascht, „haben Sie etwa Ihre Brille im Auto vergessen? Oder einen Sehfehler? Fallen Ihnen den die zwei schief eingesetzten Backsteine nicht auf, die die ganze Mauer verschandeln?“

Seine nächsten Worte veränderten meine Einstellung zur Mauer, zu mir selbst und zu vielen Aspekten des Lebens.

„Ja“, sagte er. „Ich sehe die beiden mangelhaft ausgerichteten Backsteine. Aber ich sehe auch 998 gut eingesetzte Steine.“

Ich war überwältigt. Zum ersten Mal seit drei Monaten sah ich neben den beiden mangelhaften Steinen auch andere Backsteine. Oberhalb und unterhalb der schiefen Steine, zu ihrer Linken und Rechten befanden sich perfekte Steine, ganz gerade eingesetzt. Ihre Zahl überwog die der schlechten Steine bei weitem.

Bis dahin hatte ich mich ausschließlich auf meine beiden Fehler konzentriert und war allem anderen gegenüber blind gewesen. (…)

Jeder von uns hat zwei mangelhafte Steine, aber die perfekten Steine sind so viel zahlreicher. Haben wir dies erst einmal erkannt, sieht die Welt schon viel besser aus.

Zu guter Letzt

Es würde mich freuen, wenn ich dir die eine oder andere Inspiration bieten konnte. Hast auch du Buchempfehlungen, die in bestimmten Phasen deines Lebens eine besondere Rolle eingenommen, besonders wertvoll waren? Dann freue ich mich auch über Tipps von dir.

Autor: Ines_nothing.to.say

Seit mehr als zehn Jahren beschäftige ich mich mit Meditation und Achtsamkeit und habe in dieser Zeit auch die Ausbildung zur Entspannungs- und Achtsamkeitstrainerin gemacht. Bewussheit und Achtsamkeit in mein tägliches Leben zu bringen, das sich dadurch sehr zum Positiven verändert hat, ist nach wie vor mein erklärtes Ziel. Weiters ist es ist mir ein Herzensanliegen, auch andere Menschen dafür zu öffnen und ihnen zu zeigen, wie hilfreich und auch leicht es ist, sich jeden Tag bewusste Glücksmomente und Zeit mit sich selbst zu schenken. Man muss sich dafür nicht zwingen, eine Stunde im Lotussitz und mit geschlossenen Augen ruhig zu sitzen und an nichts denken zu dürfen. Ich möchte dir zeigen, dass es viel einfacher ist...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.