Wie du deinen Weg gehen kannst

Mal links, dann rechts, dann gerade aus und irgendwann doch wieder ein paar Schritte zurück. Vielleicht kommt dir das bekannt vor, wenn du versuchst, deinen Weg zu gehen, auf dessen Pfaden du dich oftmals im Kreis drehst.

Mir zumindest geht es so. Ich gehe und gehe, oftmals ziellos und bin dann wehmütig dem gestrigen Tag gegenüber, an dem ich noch so viel erledigen hätte wollen und leide, wenn ich an morgen denke, da ich noch nicht weiß, wie ich das Morgen sinnvoll verwenden kann. Und während des Gehens frage ich mich:

Wohin noch mag mein Weg mich führen? Närrisch ist er, dieser Weg, er geht in Schleifen, er geht vielleicht im Kreise. Mag er gehen, wie er will, ich will ihn gehen. (Herrmann Hesse)

Auch, wenn mir gerade noch unklar ist, wohin er mich führt – mein persönlicher Weg, er bringt mich weiter, Monat für Monat, Jahr für Jahr.

Wenn du dich zurückerinnerst, weißt du noch, wo du für fünf Jahren standest? Und dann denke darüber nach, wo du jetzt schon stehst? Hast du dann noch immer das Gefühl, keinen Schritt weiter zu sein?

Wenn ich mir die Zeit nehme, darüber zu reflektieren, stelle ich fest, dass ich viel gelernt habe die letzten Jahre. Und ja, ich bin definitiv zahlreiche Schritte weiter gegangen, habe viel gelernt, Tiefschläge erlitten, auch wieder ein paar Schritte zurück gemacht, aber: Ich bin dran geblieben.

Und: Auch, wenn ich noch viel Licht ins Dunkel meines Weges bringen muss, um erkennen zu können, in welche Richtung es geht, so benötige ich eins am meisten: das Vertrauen in mich.

A bird sitting on a tree is never afraid of the branch breaking, because its trust is not on the branch but on it´s on wings. (Unbekannt)

Umgelegt auf unser Leben kann der Ast, der bricht, vieles sein – eine Beziehung, die unerwartet in die Brüche geht; eine Arbeit, die man aus Rationalisierungsgründen seines Unternehmens verliert, wodurch man von einen Tag auf den anderen mit leeren Händen da steht; Krisen in der engsten Familie oder einfach ein Ziel, das man sich gesetzt, aber – aus unterschiedlichsten Gründen – nicht erreicht hat.

Unsere übliche Reaktion darauf? Wir zweifeln – in erster Linie wohl an uns und dass wir unfähig sind, wir schon wieder versagt haben.

Der Vogel aber (um beim Zitat von zuvor zu bleiben) vertraut seinen Flügeln und macht sich so unabhängig vom Ast. Ich finde, so können auch wir es versuchen. Wir sind zwar im Unterschied zum Vogel von der Natur nicht mit Flügeln ausgestattet worden (auch, wenn die Vorstellung, Flügel zu haben, manches Mal die Dinge wohl sehr erleichtern würde), aber wir können beginnen, uns und unseren vielleicht imaginären Flügeln zu vertrauen.

In Alltagsbildern gesprochen heißt das für mich, dass ich versuche, zu mir selbst zu stehen, auch wenn mich Menschen anders haben wollen. Dass ich beginne, mich von Menschen abzugrenzen, die mir nicht gut tun. Dass ich an meine Träume glaube, auch wenn die Vernunft und die Stimmen der Mitmenschen dagegen sprechen (naja, außer, ich träume davon, ohne Fallschirm aus einem Flugzeug zu springen, dann wäre es vielleicht schon ganz sinnvoll, der Vernunft zu folgen).

Und vor allem: dass ich Situationen, die mich völlig unerwartet treffen und zumindest vorübergehend vollkommen aus der Bahn werfen (wie zum Beispiel eine überraschend zu Ende gegangene Beziehung oder der verlorene Job), als Steine, die mir in den Weg gelegt werden, sehe.

Denn mit den Worten des bekannten Dichters Johann Wolfgang von Goethe gesagt:

Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.

Natürlich war es mir zum Beispiel nach einer unerwartet zu Ende gegangenen Beziehung nicht sofort möglich, normal weiterzumachen, sondern musste ich zunächst die Phase der Trauer und Wut durchleben. Und im ersten Moment war ich auch unfähig, über eine neue Zukunft und meinen Weg nachzudenken, so sehr bin ich in Selbstmitleid zerflossen. So ungerecht fand ich die Welt zum damaligen Zeitpunkt.

Aber nach und nach, als ich mich nach dem Rückschlag wieder aufgerichtet habe, haben sich, sobald ich offen dafür war, neue Möglichkeiten eröffnet, es sind neue Begegnungen entstanden, die sich davor vielleicht nicht so ergeben hätten. Jede Veränderung (auch, wenn diese vielleicht nicht freiwillig von dir ausgeht) kann somit auch eine neue Chance für dich sein.

Jeder von uns hat Träume in sich und Vorstellungen, was man noch erleben, welchen Weg man noch gehen möchte. Vielleicht sind da Sehnsüchte, die schon seit Kindestagen in dir schlummern (falls du mehr darüber lesen möchtest, wie du in Kontakt mit deinem inneren Kind kommst, dann schnuppere doch mal in meinen Beitrag https://nothingtosay.at/allgemein/wie-dir-kinder-auf-deinem-weg-helfen-koennen-und-eine-praktische-uebung/ rein).

Vielleicht ist da eine Idee in dir, für die dich Mitmenschen für verrückt erklären, weil sie sich das partout nicht vorstellen können. Für Menschen, die sehr sicherheitsbedacht sind, ist es vielleicht unvorstellbar, dass jemand seinen gut bezahlten Job kündigt, um auf Reisen zu gehen und sich in eine ungewisse Zukunft zu begeben. Für einen Freigeist ist es wahrscheinlich nicht nachvollziehbar, dass man mit 30 schon Mutter oder Vater von drei Kindern ist und sich völlig selbstlos dem Familienleben hingibt.

Bedenke, wohin auch immer es dich zieht:
Nur wer seinen eigenen Weg geht, kann von niemandem überholt werden. (Marlon Brando)

Und wenn du dich nun fragst, wie du als Mutter mit zwei Kindern oder als jemand mit einem Vollzeitjob, der aber bei weitem mehr als die Mindeststunden im Büro verbringt, überhaupt Zeit finden sollst, um deinen Weg zu finden, geschweige denn zu gehen, so möchte ich dir den Tipp geben, mit kleinen Schritten zu beginnen.

Es reicht, dass du dir pro Tag nur ein paar Minuten Zeit nimmst, um in dich hineinzuhören und hineinzufühlen, mit welchem Gefühl du zum Beispiel am Morgen aufstehst und in die Arbeit gehst oder welchen Gedanken du öfters – ganz unbewusst – nachhängst. Was wünschst du dir in deinen ruhigen Minuten, abseits des Arbeitsstresses, von deinem Leben? Welche Sehnsüchte machen sich immer wieder bemerkbar?

Und wenn du schon konkrete Vorstellungen hast, was Teil deines Weges werden soll, du aber nicht weißt, wie du es im Moment umsetzen kannst oder dir einfach noch der Mut zur Umsetzung fehlt, dann lohnt es sich ebenfalls, mit kleinen Schritten zu beginnen.

Wenn du zum Beispiel gerne schreibst und von deinem eigenen Blog träumst, so fange einfach damit an, anfangs vielleicht mit ein paar Zeilen und dann wird es von Mal zu Mal automatisch mehr. Oder wenn du davon träumst, Yoga anzubieten, aber nicht weißt, wie du das mit deinen kleinen Kindern unter einen Hut bringen kannst, so kannst du vielleicht zunächst vertraute Personen zu dir einladen und in kleinem Kreise und ganz ungezwungen mit der Anleitung von Asanas beginnen und noch dazu mit einem ehrlichen und vermutlich hilfreichen Feedback rechnen.

Ich persönlich weiß es auch noch nicht, wohin mein Blog mich führen wird, aber das, was ich weiß, ist, dass ich es gerne mache, hier zu schreiben. Der Blog fühlt sich als Teil meines Weges an und deswegen fällt es mir auch leicht, mir Zeit dafür zu nehmen und euch an meinen Gedanken teilhaben zu lassen.

Kennst du das Zitat des berühmten Trickfilmzeichners und Regisseurs Walt Disney?

Wenn du es erträumen kannst, kannst du es auch erreichen.

Bei ihm begann alles mit einem Zeichenblock, den er als Kind von seiner Tante geschenkt bekommen hat, gefolgt von seiner Freude am Zeichnen und seiner Überzeugung, am richtigen Weg zu sein. 26 Oscars (was nie wieder danach erreicht wurde) war nur eins der Ergebnisse seiner Bemühungen.

Es müssen natürlich nicht gleich 26 Oscars sein, die wir erreichen möchten. Aber die Biographie von Walt Disney ist meines Erachtens eine gute Inspiration dafür, was alles möglich ist, wenn man von etwas für sich Sinnvollen überzeugt ist und seinen Weg unbeirrbar geht.

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