Wie dich Reisen verändern kann

Ansicht der Stadtmauern von Dubrovnik umgeben vom Meer von einer Anhöhe aus

Länger war es jetzt still um mich. Der Grund: Ich habe auf Dalai Lama gehört und die letzten 2 ½ Wochen genutzt, um ein mir noch unbekanntes Fleckerl in Europa zu besichtigen: den Balkan. Die unglaubliche Natur dort (Meer, Berge, zahlreiche Nationalparks), verbunden mit der Kriegsvergangenheit und den gesellschaftlichen Strukturen (inzwischen hoher Anteil an Muslime) hat mich schon lange fasziniert.

Falls du dich nun fragst, was Dalai Lama damit zu tun hat. Ein wunderbares Zitat zum Reisen stammt von ihm:

Begib dich einmal im Jahr an einen Ort, an dem du noch nie gewesen bist.

Das Zitat hat mich fasziniert und ich versuche seither, dies wirklich umzusetzen. Denn: Die Zeit in der Fremde zeigt mir immer wieder, was für mich das Besondere am Reisen ist – nämlich die Erfahrung als „Fremde“ in einem mir gänzlich unbekannten Land zu sein und sich auf das Leben dort voll und ganz einzulassen. Mit zahlreichen Eindrücken, von wundervoll bis hin zu weniger schön, bin ich nunmehr wieder nach Wien zurückgekommen und viele der Eindrücke haben Spuren in mir hinterlassen.

Was ich für mich mitnehme:

Es ist schön, seinen Urlaub immer wieder an einem Ort zu verbringen, der einem bereits bekannt und vertraut ist, wo man fast jede Ecke schon kennt, sein Lieblingsrestaurant und Lieblingsplatz am Stand hat. Auch ich mag das sehr. Vor allem in Kroatien habe ich so ein Fleckerl für mich bereits gefunden, nämlich Premantura in Istrien. Das vereint für mich alles, was ich für ein paar Tage Urlaub haben möchte – Meer, Natur, Sportmöglichkeiten und gutes Essen.

Ein fremder Ort aber fordert mich, mich völlig neu auf die Umgebung einzulassen, neue Lebensformen zu sehen und vor allem offen auf andere Menschen zuzugehen, auch wenn man vielleicht der Sprache nicht mächtig ist.

Das Reisen führt uns zu uns zurück. (Albert Camus)

Da die Roaming-Gebühren in Bosnien und Montenegro (das waren die Länder, die ich neben Kroatien endlich einmal kennenlernen wollte) noch unglaublich hoch sind, konnte ich nicht bei jeder Gelegenheit gleich mein Handy zücken und das Internet befragen. Das aber führte dazu, dass ich mich einfach treiben ließ, losspazierte und immer wieder von Situationen und Eindrücken überrascht wurde. Zusätzlich leben vor allem in Sarajewo viele Muslime. Das Bild von zahlreichen Frauen in Burka, vielen Moscheen und daneben Frauen im leichten Sommergewand schien für mich neu, für dort aber ganz normaler Alltag, an dem sich auch so gut wie niemand offensichtlich störte. Bei einer Wanderung auf die Hügel von Sarajewo, die mich weg vom touristischen Zentrum mitten durch eine ärmliche Wohngegend führte, war eine ältere Dame gerade beim Kirschen ernten und schnitt extra ein paar Äste mit Kirschen ab, um sie als Wegzerrung mitzugeben.

Eine kurzfristig geplante Übernachtung in Ulcinj in Montenegro ließ mich in einem Bungalow mitten in einem Olivenhain mit Blick auf Meer landen.

Reisen veredelt den Geist und räumt mit unseren Vorurteilen auf. (Oscar Wilde)

Das sind die wundervollen Erfahrungen und Eindrücke, die mir in Erinnerung bleiben (wenn auch die Müllproblematik und die zahlreichen halb verhungerten Straßenkatzen ebenfalls Eindrücke hinterließen).

Reisen lässt mich aber auch unglaublich dankbar werden. Dankbar für das, was ich zu Hause alles an Wohlstand habe, aber auch dankbar dafür, dass ich in der Fremde selbstlose Unterstützung von anderen und auch Interesse an meinem Herkunftsland erfahre. Zusätzlich lässt es mich offener im Alltag hier werden. Wenn man selbst erfährt, wie unterstützend bereits kleine Gesten von anderen sein können, wenn man zum Beispiel in der Fremde gerade etwas verloren ist, so versucht man auch selbst, wenn man solche Situationen wahrnimmt, etwas zurückzugeben.

Also los:

Fahr in die Welt hinaus. Sie ist fantastischer als jeder Traum. (Ray Bradbury)

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