Meditieren – ein Modewort heutzutage?

Hast du auch das Gefühl, dass im Moment, egal wohin man sieht, die Wörter „Meditieren“, „Achtsamkeit“ oder „Entspannung“ inzwischen schon fixer Bestandteil des Alltags sind und einen ständig umgeben? Egal, welches Prospekt ich aufschlage, die Angebote von Entspannungswochenenden, Relax-Time oder Aus- bzw. Rückzugszeiten (Retreats) haben nach meinem Empfinden in den letzten Jahren unglaublich und auch rasant zugenommen. Sogar Politiker und Unternehmer geben bereits an, dass sie in ihrer Freizeit meditieren. Entwickelt sich das Meditieren in unseren Kreisen also langsam zu einem Modewort?

Ich habe mal recherchiert, woher der Begriff überhaupt kommt. Sein Ursprung liegt im Lateinischen. Der Begriff „Meditation“ bedeutet dort so viel wie überlegen, nachdenken, besinnen. Vor ein paar Jahren noch führte die Erwähnung, dass man selbst meditiert, dazu, dass Menschen dies zumeist als esoterischen Quatsch abtaten. Heutzutage sind die Themen Entspannung und Achtsamkeit und somit auch Meditation in aller Munde. Es gibt zahlreiche Angebote für Menschen, dem Stress zu entfliehen und sich wieder auf das Wesentliche zu besinnen.

Schön finde ich, dass diesbezüglich gerade eine derartige Offenheit besteht und man nunmehr ein unglaubliches Angebot an unterschiedlichsten Dingen hat. Wenn man jedoch so wie ich in Wien lebt, wo das Angebot so groß ist, dass man teilweise schon Stress aufgrund eines derartigen Überangebots empfindet, so kann ich dir aus meiner Erfahrung nur mitgeben, einfach in dich hineinzuhören, welche Erfahrung du gerne für dich machen möchtest/was sich für dich stimmig anfühlt. Menschen sind hier sehr unterschiedlich. Für den einen ist es Yoga, das ihn unglaublich entspannt, für jemand anderen reicht ein Spaziergang im Grünen und dann gibt es vielleicht Menschen, die es bevorzugen, in einer Gruppe zu meditieren, weil sie dann fokussierter sind.

Für mich gilt:

Egal, was es ist –

es ist wichtig, dass es mir gut tut und mich ausgleicht!

Wenn ich gefragt werde, was für mich Meditation bedeutet, so ist es mit einfachen Worten umschrieben, das „im Moment sein“ und mal nicht meinen ständig vorhandenen Gedanken Aufmerksamkeit zu schenken.

Hast du selbst schon mal an einem gewöhnlichen Tag darauf geachtet, wie oft du wirklich im Moment bist, ohne Gedanken an die Vergangenheit oder Sorgen um die Zukunft? Wie oft stellst du dir die bewusste Frage, wie es dir geht oder hörst in dich/deinen Körper hinein?

Die größte Offenbarung ist die Stille. (Laotse)

Meditieren bedeutet für mich nicht einfach still sitzen und nichts tun, es bedeutet, achtsam zu sein, in jedem Moment und sich nicht ständig von seinen Gedanken (die oftmals auch sehr belastend sind) beherrschen zu lassen. In unseren Köpfen tauchen vielleicht, wenn man das Wort „Meditieren“ hört, sofort Bilder von buddhistische Mönche auf, die stundenlang in der gleichen Position verharren und nichts tun. Dort ist die Meditationspraxis Teil ihres Lebens und auf eine ganz andere Art und Weise integriert. In unseren Breitengraden ist es wohl nur schwer möglich, sich stundenlang von der Arbeit auszuklinken, um zu meditieren. Aus meiner Sicht ist das aber auch gar nicht notwendig.

Du darfst für dich selbst bestimmen, was dir gut tut und was du in deinen Alltag auch gut integrieren kannst. Womit du ganz leicht beginnen kannst:

Schließe einfach deine Augen und konzentriere dich ein paar Minuten nur auf deine Atmung, nimm wahr, wie du einatmest und dann wieder ausatmest, wie sich deine Bauchdecke hebt und senkt. Eine einfache, aber effektive Übung, die man auch gut in seine Arbeit integrieren kann.

Ich persönlich versuche es schon seit ein paar Jahren, den Morgen auch unter der Woche ruhiger zu beginnen. Das können ein paar Minuten Meditieren, aber auch ein Spaziergang in die Arbeit sein. So starte ich nicht gleich gehetzt in den Tag, sondern kann mich zunächst auf mich besinnen und die Ruhe etwas verinnerlichen und versuchen, sie auch während stressiger Zeiten zumindest etwas beizubehalten. 😊

 

 

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