Hindernisse meistern

Umgefallener Baum, der einen Waldweg versperrt

Am Wochenende bin ich auf ein Zitat von Michael Jordan gestoßen, welches mich zu meinem neuen Beitrag inspiriert hat. Ins Deutsche übersetzt hat es gelautet:

„Wenn du versuchst etwas zu erreichen, werden auf dem Weg Hindernisse sein. Ich hatte sie; jeder hatte sie. Aber Hindernisse müssen dich nicht aufhalten.

Wenn du gegen eine Wand rennst, dreh dich nicht um und renne weg. Überlege dir einen Weg, wie du darüber klettern, hindurchgehen oder um sie herumgehen kannst.“

Das Zitat hat mich angeregt, mir über meine persönliche Bedeutung von Hindernissen und meinen Umgang mit ihnen klar zu werden. Beim Nachdenken sind mir Kindheits-Erinnerungen gekommen, da ich ja neben einem Reitstall aufgewachsen bin und dort öfters bei Springturnieren Zuseherin war.

Damals war ein Hindernis für mich etwas, worüber ich Pferde springen sah oder auch verweigern. Oft wurde dabei das Hindernis zerstört oder das Pferd blieb unerwartet vor dem Hindernis stehen, wodurch es auch vorkam, dass ein Reiter unsanft am Boden landete. Viele Möglichkeiten also, um mit einem Hindernis im Weg umzugehen und oftmals unberechenbar für den Reiter, wie denn sein Pferd reagieren wird.

Einige Jahre sind seither vergangen, die Bilder von den Reitturnieren aber nach wie vor in meinem Kopf und zusätzlich auch die Frage, wie ich persönlich mit Hindernissen umgehe.

Ein Auszug des Zitats von Michael Jordan, nämlich

„Überlege dir einen Weg wie du darüber klettern, hindurchgehen oder um sie herum gehen kannst.“

spricht mich dabei am meisten an. Dieser Auszug beinhaltet nämlich unterschiedliche Möglichkeiten, mit einem Hindernis, dass sich einem in den Weg stellt, umzugehen.

Wenn wir etwas anstreben, wovon wir überzeugt sind, dass dies der richtige Weg ist, dann werfen uns unerwartete Ereignisse oftmals schnell aus der Bahn, weil wir glauben, dass alles ohne größere Zwischenfälle vor sich gehen muss. Dann fangen wir oft rasch an zu zweifeln, ob wir wirklich auf dem richtigen Weg sind. Oder oft starten wir gar nicht mit dem ersten Schritt, weil wir in unserem Kopf schon davor alle möglichen potentiellen Hindernisse kreieren.

Kennst du Gedanken wie zB was denn bloß die anderen denken werden, wenn du deinen gut bezahlten Job für eine neue Ausbildung hinwirfst? Oder wenn du deinen Job kündigst, ohne was Neues zu haben, weil du einfach merkst, dass du kurz vor einem Burn-out stehst? Oder bringt dich deine Stimme im Kopf immer wieder zum Zweifeln, wenn du Neues angehen möchtest?

Zusätzlich zu dem, dass uns natürlich immer wieder unvorhersehbare Ereignisse treffen, auf die wir reagieren müssen, sind wir Menschen auch Meister darin, uns gedanklich Hindernisse zu schaffen. Auch hierzu gibt es ein wunderbares Zitat, nämlich von Franz Kafka, welches lautet:

„Verbringe die Zeit nicht mit der Suche nach einem Hindernis. Vielleicht ist keines da.“

Bevor ich zu meiner dreimonatigen Südamerika-Reise aufgebrochen bin, hatte ich nicht nur die Stimme in meinem Kopf, sondern auch die Stimmen aus meinem Umfeld, die mir alles Mögliche einreden wollten, warum ich es nicht machen sollte. Kein Geld…Zu gefährlich…Was sind deine Pläne, ganz ohne Job, wenn du wieder zurückkommst? Anfangs, als ich selbst noch unsicher war, hat mich das natürlich voll getroffen. Als ich mir aber sicher war, dass ich mir dieses Erlebnis, egal was kommt, nicht entgehen lassen möchte, konnte ich auch diese Hindernisse gut überwinden.

Das ist auch meine Anregung an dich:

Wenn du etwas planst und die im Kopf erzeugten Hindernisse dich aber daran hindern, überhaupt loszustarten, dann stell dir die Frage, welches das Hindernis ist, das dich am meisten hindert? Und wenn es bei der Umsetzung wirklich vor dir stehen würde, welche anderen Möglichkeiten siehst du, um nicht umdrehen zu müssen? Denk an die Möglichkeiten von Michael Jordan:

  • Darüber klettern
  • Hindurchgehen
  • Um die Wand herumgehen

Natürlich kann es auch sein, dass du den Mut gefasst hast, dich auf den Weg zu machen und während der Umsetzung unerwartet Hindernisse auf dich zukommen. Verständlich, wenn dich das zu Beginn etwas aus der Bahn wirft.

Wichtig ist aber, nicht in dieser Situation zu verharren. Hindernisse können auch die Möglichkeit bieten, den Weg vielleicht anders zu gehen als ursprünglich geplant oder auch sein Vorhaben nochmals zu überdenken. Wenn wir etwas planen, dann haben wir zunächst einmal eine Idee. Der Test der Praxistauglichkeit kommt erfahrungsgemäß erst mit der Umsetzung. Oftmals sehen wir vielleicht die Möglichkeiten, die sich durch ein Hindernis, das sich in den Weg stellt, ergeben gar nicht, da wir zu fixiert auf unsere Anfangsidee sind.

Wie aber schon Johann Wolfgang von Goethe sagte:

„Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.“

Wir müssen nur lernen, eine fixe Idee loszulassen und unsere Ziele den tatsächlichen Gegebenheiten anzupassen. Das bedeutet nicht, dass man keine Ziele haben darf. Wir können aber lernen, Hindernisse nicht als Verhinderung zu sehen, sondern als Unterstützung, um an ein Ziel zu gelangen.

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