Für alle, die ihre verlorene Motivation suchen wie die Nadel im Heuhaufen

Er hat mich wieder mal erwischt. Der Dieb, der mir immer und immer wieder meine Motivation klaut, meistens dann, wenn ich glaube, etwas gefunden zu haben, an dem ich jetzt bestimmt dran bleiben möchte….

Kennst du das auch? Anfangs übereifrig und motiviert und von Mal zu Mal schwindet die Motivation, bis du da stehst und so sauer auf dich bist, dass es dieses Mal, obwohl du dir so sicher warst, wieder nicht geklappt hat.

Und bist du für dich schon dahinter gekommen, woran es liegen könnte, dass deine Motivation so schnell zu Motivationslosigkeit wird?

Auch, wenn ich keine wissenschaftlichen Studien hierfür recherchiert habe, so konnte ich bei mir Folgendes feststellen:

  • Erwartungen:

Enttäuschung ist das Ergebnis falscher Erwartungen (Andreas Tenzer)

Meistens, wenn ich etwas Neues ausprobiert habe, sei es eine neue Sportart, einen neuen Job oder einfach nur ein neues Restaurant, dann hatte ich bereits zu Beginn eine gewisse Erwartungshaltung und genaue Vorstellung, wie es sein wird. Ohne die genauen Bedingungen zu wissen, hat sich in meinem Kopf schon ganz automatisch ein gewisses Bild kreiert (zum Beispiel beim Sport in einer Gruppe war ich mir vollkommen sicher, dass ich dort Gleichgesinnte finden werde). Das Problem ist nur: Es war meine Erwartungshaltung. Dadurch ließ ich den Dingen nicht ihren Lauf, sondern verglich sofort, wie die Realität mit meinen durchaus detaillierten Vorstellungen übereinstimmte. Du kannst dir bestimmt denken, was daraus resultierte?

Genau, Frustration.

Durch das Festhalten an meinen Erwartungen hatte ich den positiven Dingen (zum Beispiel, dass ich eine neue Sportart lernte und den Mut aufbrachte, was Neues auszuprobieren) gar keine Beachtung geschenkt, weil ich einfach nur enttäuscht war, dass sich schon wieder kein neuer Kontakt ergeben hat.

  • Fehlendes Ziel:

Oftmals musste ich mir auch eingestehen, dass ich vielleicht einfach die falsche Wahl getroffen hatte und deshalb meine anfängliche Motivation so schnell umschlug in ein mich zwingen müssen. Zum Beispiel ließ ich mich während meiner Studienzeit von einer Freundin überreden, mit zu Aerobics zu gehen. Gespürt hatte ich von Anfang an, dass das einfach nichts für mich. Ich war nicht gut darin, mir Choreographien zu merken und was noch mehr wog: Das Herumgehopse machte mir persönlich einfach keinen Spaß. Dass in diesem Fall die Motivation schneller verloren ging als ich bis 3 zählen konnte, lag auf der Hand.

Genauso bei meinen Jobs in der Vergangenheit. Schon während meines Jus-Studiums war mir klar, dass ich mich nicht in einem typischen Juristen-Job sah. Trotzdem habe ich es anfangs probiert, weil ich mich einfach von den Erwartungshaltungen rundherum beeinflussen ließ und irgendwie klar war, dass man mit einem Jus-Studium schon was „Gescheites“ machen muss. Du kannst dir vermutlich denken, wie ich mich in zum Beispiel in meinem Job als Vertragsjuristin fühlte. Ja, genau, wie ein Fremdkörper, der einfach spürte, dass sein Platz woanders war.

Aber egal.  Zurückblickend kann ich sagen: Ich habe es ausprobiert, es war eine neue Erfahrung und ich habe auch dort einiges für mich lernen können.

Dazu gibt es auch einen schönen Spruch:

Besser unvollkommene Entscheidungen durchzuführen, als ständig nach vollkommenen Entscheidungen zu suchen, die es niemals geben wird.“ (Charles de Gaulle)

  • Zuviel auf einmal wollen:

Auch das kann ein Grund sein, um schnell die Motivation bzw Freude an etwas Neuem zu verlieren –  nämlich zu viel auf einmal zu wollen. Wenn du zum Beispiel mit dem Laufen anfangen möchtest und du erst dabei bist, deinen Körper langsam an Sport zu gewöhnen, macht es wenig Sinn, dich gleich mit den Leuten in deinem Freundeskreis zu messen, die schon den zehnten Halbmarathon oder Marathon hinter sich haben. Empfehlenswerter ist es, hier Gleichgesinnte zu suchen, sodass das Training noch lange Zeit Spaß macht und man jemanden hat für die gegenseitige Motivation.

Ich für meinen Teil hatte hier meine weniger tollen Erfahrungen im Yoga, als ich die Stunden gemeinsam mit einer Freundin nahm, die jahrelang Ballett machte. Wie motivierend doch die Aussagen der Yogalehrerin waren, als sie immer wieder betonte, wie gelenkig meine Freundin doch ist. Ich selbst hab mich in diesen Momenten recht klein gefühlt und konnte gar nicht mehr genießen, dass ich was Gute für meinen Körper machte. Inzwischen habe ich aber gelernt, dass man sich zwar gerne vergleichen kann, aber Sinn macht es nur dann, wenn es jemand ist, dessen Voraussetzungen annähernd ähnlich sind. Dann kann dies sogar ein Ansporn und Motivationsschub sein (falls du Läufer/in bist und mit jemandem gemeinsam läufst, probiert doch einfach zwischendurch gemeinsame Sprints. Das kann sehr motivierend sein, kurzzeitig an seine Grenzen zu gehen und von jemandem herausgefordert zu werden).

  • In all seinen Werken DIE weltverändernde Bedeutung sehen zu wollen:

Wir leben in einer Zeit, in der (zumindest hier bei uns) den meisten von uns viele Möglichkeiten offen stehen, was jedoch, wie man heutzutage gut sehen kann, ebenfalls sehr (heraus)fordernd sein kann. Vor allem durch das Internet bekommen wir den Eindruck vermittelt, dass man heutzutage nur mehr jemand ist, wenn man was ganz Außergewöhnliches leistet. Das kann ebenfalls Grund für eine gewisse Motivationslosigkeit sein.

Nämlich: Eigentlich was Positives beitragen zu wollen, aber einfach nicht wissen, wie und was. Oder das Gefühl zu haben, gefangen zu sein in einem System, in dem man nicht mehr so mitspielen möchte und sich trotzdem Tag für Tag in diesem Hamsterrad zu bewegen.

Aus meiner Sicht hängt dies alles auch ein bisschen mit dem zuvor genannten Punkt 3) zusammen. Nämlich mit dem zu viel auf einmal zu wollen.

Wir vergessen oft, wie wir bereits mit kleinen Steps Positives beitragen und wenn es auch im Moment nur im näheren Umfeld ist. Bewusste Ernährung und Käufe, Rücksichtnahme auf andere, Hilfsbereitschaft, für andere da sein, Spenden. Das alles sind eigentlich schon große Dinge, die wir einfach als solche wahrnehmen müssten und für die wir uns nur selbst die entsprechende Anerkennung geben müssten.

Die Meisten meinen, dass Wahrnehmung so funktioniert wie eine Taschenlampe, die im Dunkeln alles beleuchtet, worauf sie gerichtet wird. Tatsächlich aber läuft das ganz anders: Wahrnehmung zeigt nicht, was schon da ist, sondern sie erschafft das alles erst. (Unbekannt)

Und ja, auch ich träume davon, meine Erfahrungen zum Thema Achtsamkeit und Meditation an ganz viele Menschen weiterzugeben, aber auch das geht im Moment nur in baby steps. Was ich mir aber gerne vor Augen halte und auch dir mitgeben möchte:

I may not be there yet, but I´m closer than I was yesterday. (Unbekannt)

Vielleicht kann es auch dir helfen, dir vor Augen zu halten, dass bereits kleine Schritte in die richtige Richtung führen. Und, auch, wenn du dir vielleicht noch nicht im Klaren darüber bist, wohin du gehen möchtest, so macht es Sinn, zu beginnen. Schritt für Schritt. Denn schließlich gilt:

Das Geheimnis des Erfolgs ist anzufangen. (Mark Twain)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.