Eine Frage der Perspektive

Oft überkommt sie mich – die Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit, wenn ich mir wieder einmal die täglichen Schlagzeilen in der Tagespresse anschaue (schon wieder Krieg, Ausbeutung, Klimakatastrophen), aber auch im Alltag begegnen sie mir: Menschen, die miteinander streiten, sich (oder anderen) das Leben schwer machen, unzufriedene Gesichter und Getriebene, wohin ich sehe. Vermutlich wirke auch ich manches Mal so auf andere.

Doch halt – ist die ganze Welt wirklich so (schlecht), wie sie mir manches Mal scheint?

Szenenwechsel: Ein bunt gemischter Haufen von fröhlichen Leuten verliebte Paare, befreundete Grüppchen, Eltern mit kleinen strahlenden Kindern am Arm – alles tanzt, lacht und feiert. Keine Spur von Getriebenheit, Unzufriedenheit oder Streitereien. Harmonie pur. Ich stelle fest, auch das gibt es. Ort des Geschehens: das Xavier Rudd-Openair-Konzert bei der Arena in Wien. Falls du den Namen das erste Mal hörst: Es handelt sich dabei um einen australischen Sänger und Songwriter mit sehr berührenden Texten und unglaublichen Didgeridoo-Spielen. Hauptinhalte seiner Lieder: Friede, Liebe und ein tolerantes, respektierendes Miteinander. Zwischen den Songs spricht er darüber zum Publikum, sodass man Gänsehaut bekommt. So war es jedenfalls bei mir und auch bei all jenen rund um mich. Tränen in den Augen selbst bei den Hartgesottensten – so rührend ist das Ambiente gewesen.

Warum ich das erzähle?

Es hat mir gezeigt, dass alles eine Frage der Perspektive ist und ich im Alltag nur einen minimalen Ausschnitt gezeigt bekomme. Aber: Die Welt wird nicht immer nur schlechter und schlechter, auch wenn es sich oftmals so anfühlt. Ganz im Gegenteil: Das Gefühl, dass die Welt durch Gier, Macht und Egoismus im Moment mit Vollgas gegen eine Wand fährt, lässt viele Kraft schöpfen, dagegen zu steuern und etwas Positives für eine Veränderung beizutragen. Die sich oftmals hoffnungslos anfühlende Situation kann auch dazu anregen, darüber nachzudenken, welche Fähigkeiten und Möglichkeiten man selbst hat, um seinen – vielleicht auch nur kleinen – Teil beizutragen. Möglichkeiten gibt es unendliche.


Do what you will while you´re able, find what it is that you seek. (Aus „Shelter“ von Xavier Rudd)

Falls auch du jemand bist, dem es manches Mal an Hoffnung fehlt, dass wir die Dinge noch zum Positiven verändern können, so empfehle ich dir, den Kontakt zu Menschen zu suchen, die deine Ängste teilen, aber dich vielleicht auch positiv unterstützen können. Das können zum Beispiel Meditations- oder Achtsamkeitsgruppen sein, in denen auch viel Platz für einen gegenseitigen Austausch geboten wird. Es tut gut, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen, da man so auch immer neue Inputs bekommt und merkt: Man ist nicht allein.

So which way is the wind blowin´. And what does your heart say? (Aus „Follow the sun“ von Xavier Rudd)

Kurzmeditation

Falls du noch unschlüssig bist, was du im Moment beitragen kannst, könntest du es mit folgender Kurzmeditation versuchen, um herauszufinden, welches Thema dir gerade am meisten am Herzen liegt:

Suche einen ruhigen Ort auf und setze dich hin (egal, ob auf dem Boden oder auf einen Sessel). Nimm eine gemütliche Haltung ein. Schließe nun die Augen und nimm ein paar tiefe Atemzüge.

Nimm nun dein Herz wahr, wie es schlägt und verbinde dich mit ihm. Du kannst gerne auch eine Hand auf dein Herz geben, um es besser zu spüren. Wenn du dich gut verbunden fühlst, dann verbinde dich nunmehr zusätzlich noch mit der Welt und dem Außen und stelle dir innerlich die Frage „Liebes Herz, liebes Universum: Wie kann ich meinen Teil beitragen, der Welt zu helfen?“ Lausche nun in dich hinein. Vielleicht kommt sofort ein Thema, das dir besonders am Herzen liegt oder es tauchen Bilder auf oder du nimmst einfach ein Gefühl wahr. Egal, was kommt – nimm diese Verbundenheit von innen und außen in dir auf und spüre sie. Lass dir so lange Zeit, wie es sich gut für dich anfühlt. Dann atme ein paar Mal tief ein und aus und wenn du bereit bist, öffne langsam wieder die Augen.

Wenn du dich gut verbunden fühlst, dann verbinde dich nunmehr zusätzlich noch mit der Welt und dem Außen und stelle dir innerlich die Frage „Liebes Herz, liebes Universum: Wie kann ich meinen Teil beitragen, der Welt zu helfen?“ Lausche nun in dich hinein. Vielleicht kommt sofort ein Thema, das dir besonders am Herzen liegt oder es tauchen Bilder auf oder du nimmst einfach ein Gefühl wahr. Egal, was kommt – nimm diese Verbundenheit von innen und außen in dir auf und spüre sie. Lass dir so lange Zeit, wie es sich gut für dich anfühlt.

Dann atme ein paar Mal tief ein und aus und wenn du bereit bist, öffne langsam wieder die Augen.

Was ich zur Übung dir sagen möchte: Diese Übung zielt nicht darauf ab, dass du sofort deinen aktuellen Job kündigst und zu Greenpeace gehst, nur weil zum Beispiel das Thema „Umweltschutz“ gekommen ist, aber sie kann dir helfen, kleine Schritte zu setzen, wenn du dir bewusst gemacht hast, was dir besonders am Herzen liegt.

Mir zum Beispiel liegt am Herzen, dir zu sagen, dass du nicht alleine bist mit deinen Sorgen und Ängsten und dass wir alle unsere kleinen Beiträge leisten können, um zumindest die Welt um uns herum ein bisschen so zu machen, wie wir sie uns wünschen. Versuchen können wir es ja zumindest.

Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt. (Mahatma Gandhi)

Falls du ein Feedback zu meinem Text oder auch zur Meditation geben möchtest, würde ich mich sehr freuen. Gerne kannst du auch deine eigenen Erfahrungen zu diesem Thema mit mir teilen.

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