Der Sinn de(ine)s Lebens

Überall ist sie präsent und kaum jemand hat sich wohl noch nicht die Frage nach ihr gestellt – zumindest nicht in unseren Breitengraden, in denen den meisten von uns glücklicherweise regelmäßiges Essen und ein Kopf über dem Dach gesichert sind. Die Rede ist von der Sinnsuche.

Die unsicheren Zeiten, die gerade auf der Welt vorherrschen – sei es der Klimawandel (heutzutage spricht die Wissenschaft ja sogar schon von der unabwendbaren Klimakatastrophe), die Kriege und Auseinandersetzungen, die wir täglich in den Medien hören oder auch die steigende Überforderung unserer Gesellschaft (Stichwort: psychische Erkrankungen, Burn-out usw), ihre Schnelllebigkeit und das gefühlte Leben im Hamsterrad – lassen in vielen von uns die Frage nach dem Sinn des Lebens oder nach dem Grund, warum wir hier sind, intensiver denn je werden. Auch die Möglichkeiten von Retreats, Meditationen, Yoga und anderen Entspannungs-Angeboten haben in den letzten Jahren unglaublich zugenommen. Zahlreiche Indizien also, dass die Suche nach dem Sinn des Lebens viele Leute bewegt.

Vorweg: Ich werde dir in diesem Beitrag keine abschließende Antwort nach dem Sinn des Lebens geben können, da es für mich nicht DIE einzig wahre Antwort darauf gibt. Aber vielleicht kann ich dich ein bisschen darin unterstützen, die Sinnsuche nicht zu verbissen anzugehen, sodass du währenddessen auch dein derzeitiges Leben noch genießen kannst.

Dalai Lama formuliert den Sinn des Lebens kurz und prägnant:

Der Sinn des Lebens besteht darin, glücklich zu sein.

So einfach ist es also und doch so schwer. Schließlich ist Glück nichts, was man gegen Geld in einem Geschäft kaufen kann. Und es bedeutet auch für jeden Einzelnen etwas anderes. Für den einen bedeutet es vielleicht viel Geld zu verdienen, um sich alles leisten zu können, für den anderen kann Glück bedeuten, eine eigene Familie zu haben oder am Land zu leben, abseits vom Trubel und jeden Tag Spaziergänge im Wald zu genießen. Für jemanden, der auf der Straße lebt, bedeutet Glück vielleicht, dass ihm jemand einmal zuhört, sich für seine Situation interessiert oder ihm ein bisschen Geld für Essen gibt. Für ein kleines Kind kann Glück sein, dass es einfach nur unbeschwert spielen kann.

Zahlreiche Varianten von Glück existieren also. Und du merkst:  Die Definition ist auch von Lebenssituation zu Lebenssituation unterschiedlich. Kann es daher nicht sein, dass jede Lebenssituation ihren eigenen Sinn des Lebens hat?

Kürzlich habe ich Folgendes gelesen:

Suche nicht nach dem Sinn des Lebens – gib ihm einen. (Unbekannt)

Diese Lebensweisheit ist mir in Erinnerung geblieben, da ich mich ertappt gefühlt habe. Warum fragst du dich vielleicht? Seit Jahren suche ich krampfhaft nach meiner Aufgabe auf dieser Welt, nach meinem sinnvollen Beitrag. Wie oft habe ich mich schon gefragt, warum ich hier bin? Was ich denn schon groß in meinem Job bewirken kann? Ob ich nicht gerade mein Leben verschwende?

Und dazu kommt oftmals noch mein auf das Negative gelenkter Fokus: Getriggert durch die Medien lasse auch ich mir einreden, dass die Welt, die faktisch so sicher ist wie noch nie zuvor, im Moment wie ein Pulverfass kurz vor dem Explodieren wirkt und das nur, weil wir tagtäglich das Schreckliche vor Augen geführt bekommen. Verständlicherweise führt dies alles dazu, dass wir den Druck verspüren, die Welt retten zu wollen und was bewegen zu können. Dabei möchten wir natürlich auch nicht unnötig Zeit verlieren.

Ich finde es auch gut, dieses Bedürfnis zu verspüren und sich auf die Suche nach einer Tätigkeit zu begeben, die für einen sinnvoll erscheint.

Aber: Auf der Suche nach der einzigen – der für uns individuell bestimmten – Aufgabe verlieren wir oft den Fokus für die kleinen Beiträge aus den Augen, die uns möglich sind:

Bewusstheit beim Einkaufen von alltäglichen Bedarfsgütern – Hilfsbereitschaft für Menschen, die uns im Alltag begegnen – Verringerung des eigenen Materialismus – ehrenamtliche Mitarbeit. Das alles sind bereits Dinge, die in kleinen Schritten zu einer möglichen Verbesserung beitragen und dir vielleicht auch jetzt schon das Gefühl geben können, etwas Sinnvolles zu leisten.

Und wenn wir den Fokus auf diese kleinen Beiträge lenken und wahrnehmen können, dass es bereits genug Gleichgesinnte gibt, die unter anderem versuchen , dem Klimawandel durch persönliche Veränderungen entgegenzuwirken oder ein Miteinander statt ein Gegeneinander zu leben – Menschen, die sich die gleichen Fragen stellen und die Empathie statt Egoismus präferieren – so gibt das Hoffnung.

Daraus hat sich auch mein Motto entwickelt, nämlich:

Nicht nur dem Leben einen Sinn geben, sondern jedem einzelnen Tag.

Und seitdem ich meine Sinnsuche nicht nur auf das große Ganze fokussiere, sondern jeden einzelnen Tag versuche, mit kleinen Schritten auf meine Ziele zuzugehen, fühlt sich das Leben auch viel leichter für mich an. Ich schreibe auf meinem Blog, weil es mir Spaß macht und weil ich meine Erfahrungen gerne an euch weitergeben bzw mich austauschen möchte.

Ich weiß noch nicht, wohin das alles führen wird, aber step by step fülle ich meinen Blog mit Themen, die mich und hoffentlich auch euch bewegen. Und mein derzeitiger Vollzeitjob, den ich in meinen intensiven Sinnsuche-Zeiten immer wieder anzweifle, unterstützt mich finanziell und erfüllt auch eine wichtige soziale Komponente.

Zu sein, was wir sind,
und zu werden, was wir werden können,
ist der einzige Sinn des Lebens. (Robert Louis Stevenson)

Die Suche nach dem Sinn des Lebens gebe ich natürlich nicht auf, aber ich dränge mich selbst nicht mehr und vertraue darauf, dass die Antwort kommt, wenn sie bereit dafür ist. So lange gehe ich meine Schritte weiter, step by step.

Auf der Suche nach dem Sinn des Lebens, versuche ich also, meinem Leben (m)einen Sinn zu geben.

Zum Abschluss eine kleine Anekdote zum Schmunzeln:

Ein Philosoph sagte einmal zu einem Fisch:
Der Sinn des Lebens ist zu denken und weise zu werden.
Der Fisch antwortete:
Der Sinn des Lebens ist zu schwimmen und Mücken zu fangen.
Der Philosoph murmelte: Armer Fisch!
Der Fisch wisperte: Armer Philosoph!
(Max Black)

Kurzum: Es zählt deine Sichtweise, wenn es um den Sinn deines Lebens geht!

 

2 Gedanken zu „Der Sinn de(ine)s Lebens“

  1. Sehr interessante Gedanken! Aber ich denke doch, dass es „häufige“ Sinnschwerpunkte bei allen Menschen gibt: etwa, Beziehungen zu pflegen, auf die Gesundheit zu achten, einer sinnvollen Tätigkeit nachgehen … Peter Jedlicka hat das in seiner „Sinnquadrat“ Theorie recht gut zusammengefasst. Vielleicht schreibst Du auch einmal darüber?

    Beste Grüße Charlotte

    1. Liebe Charlotte!
      Es freut mich sehr, dass du auf meine Seite gestoßen bist. Zufällig?
      Danke auf jeden Fall für dein Feedback und deine Anregung, über das Sinnquadrat zu schreiben. Damit beschäftige ich mich gerne mehr. Wie geht es dir denn mit der Sinnsuche? Du scheinst dich auch mehr damit zu beschäftigen.
      Alles Liebe, Ines

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