Das Jahresende ist nicht das Ende

Mit Übung zum Revue passieren lassen

Nur noch ein paar Tage (fünf um genau zu sein), dann ist es für immer vorbei, das Jahr 2019.

Wie geht es dir beim Gedanken an das vergangene Jahr und daran, dass in ein paar Tagen anstelle der 19 eine 20 steht? Fühlst du dich innerlich ruhig und gelassen und bist du in freudiger Erwartung oder stresst es dich eher, da du so viele Vorsätze, die du aus voller Überzeugung für das Jahr 2019 formuliert hast (mehr Sport, gesünder essen, mehr Zeit mit den Lieben….), wieder nicht in die Tat umgesetzt hast? Wenn zweiteres bei dir der Fall ist, kann dich beruhigen. Es gibt wohl nur wenige unter uns, die zum Jahresende sagen können, dass sie wirklich sämtliche Vorhaben in die Tat umgesetzt haben. Wenn du eine der Personen bist, die das geschafft haben, dann gratuliere ich dir! Ich kann es von mir (noch) nicht behaupten.

Mehr für mich einstehen? Weniger Neid auf Menschen, die schon so viel geschafft haben von dem, was ich mir auch wünsche und im Gegenzug mehr Fokus auf mich und meine Talente?

Leider nein. Diese Wünsche werden wohl auch im Jahr 2020 auf meiner Liste stehen.

Aber:

Das Jahresende ist kein Ende und kein Anfang, sondern ein Weiterleben mit der Weisheit, die uns die Erfahrung gelehrt hat. (Harold Glen Borland)

Was ich also versuche: nicht zu streng zu mir zu sein, dass ich manches dieses Jahr wieder nicht geschafft habe. Und das empfehle ich auch dir. Welche Emotion bei dir gerade auch überwiegt, es lohnt sich, die nächsten Tage noch dafür zu nutzen, um einen persönlichen Jahresrückblick zu durchlaufen (Monat für Monat) und um vor allem auch schon Samen für das neue Jahr zu setzen. Wenn du weiter liest, findest du noch eine Übung, die dich beim Revue passieren und Loslassen unterstützen kann.

Ich persönlich habe es mir zur Gewohnheit gemacht, jedes Jahr zur Zeit um Silvester ein mehrtägiges Meditationsretreat zu besuchen, während dem ich ganz mit und bei mir sein kann (das Oshozentrum in Greith/Steiermark ist mein Geheimtipp). Es dient mir vor allem dazu, meine guten Erfahrungen und umgesetzte Vorhaben sowie freudige Momente aus diesem Jahr innerlich zu verfestigen, Groll und weniger gute Erfahrungen loszulassen und bewusst Samen für die Zukunft zu säen, die ich – unabhängig davon, wie lang ich warten muss – gerne ernten würde.

Einen Schritt zurücktreten und das Jahr in die Perspektive rücken, zeigt wie klein, was groß war, plötzlich wird. (Beat Jan)

Es ist natürlich kein Muss, dafür gleich ein Retreat aufzusuchen, aber es lohnt sich den Stress der letzten Wochen und Tage auf die für dich am besten geeignete Weise loszulassen und dir zum Jahresende etwas Zeit nur für dich freizuräumen. Zeit, in der du

  • das vergangene Jahr Revue passieren lässt,
  • deiner inneren Stimme lauscht,
  • das Wahrgenommene, wenn du magst, verschriftlichst.

Übung

Suche dir einen ruhigen, ungestörten Ort und mache es dir im Sitzen oder Liegen bequem. Falls du so etwas wie einen Talisman oder Glücksanhänger hast, lege diesen vor dir ab. Dann schließe die Augen, nimm ein paar tiefe Atemzüge und lasse dich darauf ein, das Jahr 2019 Monat für Monat durchzugehen.

Starte mit dem Monat Januar und schaue, welche Bilder vor deinem inneren Auge auftauchen. Welche Erlebnisse, ob positiv oder negativ, haben sich in deinem Kopf abgespeichert? Wenn ein Erlebnis auftaucht, erinnere dich daran, wie du dich dabei gefühlt hast. Voller Freude oder Trauer? Liebe oder vielleicht Zweifel? Danach entscheide für dich, ob du dieses Erlebnis und das dazu gehörige Gefühl in deiner Erinnerung behalten oder es als Erfahrung loslassen möchtest. Wenn du loslassen möchtest: Danke der Erfahrung und sage ihr, dass du sie nunmehr loslässt und nicht mehr benötigst.

So kannst du Monat für Monat, von Januar bis Dezember, durchgehen. Lass dir dabei Zeit, zu schauen, welche Momente in dir hervorkommen. Und auch, wenn es unangenehme Situationen sind, siehe das Hervorkommen dieser Situationen als Möglichkeit, dich nunmehr in Dankbarkeit von ihnen zu verabschieden.

Wenn du sämtliche Monate in deinem Kopf durchgegangen bist, bedanke dich beim Jahr 2019 für alles, was es dich gelehrt hat.

Sobald du bereit bist, nimm ein paar tiefe Atemzüge und öffne langsam wieder die Augen.

Diese Übung ist für mich eine wunderschöne Möglichkeit, um mir einerseits Momente in Erinnerung zur rufen, die mich im vergangenen Jahr positiv gefördert und gefreut haben, aber andererseits habe ich auch die Möglichkeit, mit unangenehmen Situationen ins Reine zu kommen, um diese nicht ins neue Jahr oder noch länger mitnehmen zu müssen.

Hast auch du für dich Rituale zum Jahresende? Dann freue ich mich sehr, auch darüber zu lesen.

Und was es mit Neujahrswünschen und -vorsätzen auf sich hat, kannst du in einem älteren Beitrag von mir lesen:
https://nothingtosay.at/allgemein/was-neujahrswuensche-den-vorsaetzen-voraushaben/

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