In der VerANTWORTung liegt die Antwort

Verantwortung ist im Allgemeinen ja definiert als die (freiwillige) Übernahme der Verpflichtung, für die möglichen Folgen einer Handlung einzustehen und gegebenenfalls dafür Rechenschaft abzulegen oder Strafen zu akzeptieren (so gefunden auf Wikipedia).

Wie stehst du zu Verantwortung? Zur Verantwortung für deine Umwelt, deine Mitmenschen und vor allem für dein Leben?

Ich muss mir eingestehen, dass es ein Leichtes ist, Verantwortung abzugeben, den anderen Schuld zu geben an der Situation, in der ich mich gerade befinde. Ich würde ja, wenn ich nur könnte, aber die anderen….Kommt dir das bekannt vor?

  • Ich würde mir ja mehr Zeit für mich nehmen, wenn da nicht die vielen Verpflichtungen wären.
  • Ich würde viel mehr Sport machen, wenn ich nicht so viel arbeiten müsste.
  • Ich würde mich viel öfters mit Freunden treffen, wenn ich nicht so viel für die Familie da sein müsste.

Ich würde…So beginnen auch viele Sätze von mir.

Aber:

Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun. (Moliere)

Was das in meinen Augen bedeutet?

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Als der Neujahrsvorsatz auf das neue Jahr traf

Eine Geschichte

Der Neujahrsvorsatz war sehr traurig. Jedes Jahr das gleiche Spiel und er fiel irgendwie immer noch darauf rein.

Zu Jahresanfang wird er stets hoch gelebt, so als würde er jedes Jahr einen runden Geburtstag feiern und er kann sich gar nicht mehr retten vor all den Menschen, die seine Nähe suchen und ihm hoch und heilig versprechen, dass es dieses Jahr ganz anders wird als all die Jahre zuvor.

Doch dann: Kaum vergehen ein paar Tage im neuen Jahr, wird er fallen gelassen wie eine heiße Kartoffel und das alljährliche Spiel wiederholt sich von Neuem. Das frustriert.

Dieses Jahr, im magischen 2020, da es ihm endgültig reicht, ergreift er jedoch selbst die Initiative. Er möchte sich den Menschen nicht mehr ausgeliefert fühlen und so macht er sich auf die Suche nach dem neuen Jahr, um Antworten zu erhalten. Doch wo nur kann er es finden?

Als er seine ihm so vertrauten vier Wände das erste Mal verlässt, kann er es sogleich erkennen. Überall begegnet es ihm, das neue und hoffnungsvolle Jahr 2020, in das alle Menschen ihre Hoffnung gesteckt haben. So nimmt er seinen ganzen Mut zusammen, um es anzusprechen:

„Hallo, bist du zufällig das neue Jahr?“ fragte er schüchtern.

„Wer möchte das wissen?“ antwortete das neue Jahr.

„Ich bin der Neujahrsvorsatz und ich bin schon sehr verzweifelt“, gab er zur Antwort.

„Wenn das so ist, helfe ich dir gerne weiter. Was kann ich für dich tun?“ hörte er daraufhin.

„Es geht um die Menschen. Ich verstehe sie einfach nicht. Jahr für Jahr schenken sie mir zu Jahresanfang Hoffnung, nehmen mich voll und ganz in Beschlag und erklären mir ewige Treue, nur um mich nach ein paar Tagen wieder fallen zu lassen, so als hätte ich nie existiert und als hätte ich keine Gefühle wie sie.“

„Lieber Neujahrsvorsatz, nimm es nicht persönlich“, antwortete das neue Jahr. „Sie quälen sich selbst noch viel mehr damit. Alle Jahre wieder bist du ihr Ansporn und Hoffnungsschimmer. Denn jedes Jahr zu Jahresanfang macht sich bei den meisten Menschen ihre innere Stimme wieder bemerkbar, die ihnen zuflüstert, was sie vergangenes Jahr eigentlich besser machen wollten als die Jahre zuvor. Und so kommst du ins Spiel. Als ihr Gewissen.

Vielleicht kennst du das auch, wenn du etwas, worauf du eigentlich schon das ganze Jahr hinarbeiten wolltest, wieder nicht geschafft hast? Dein Resümee wird vermutlich sein, dass du aus deinem schlechten Gewissen heraus versuchst, das schon lange angestrebte Ergebnis in noch kürzerer Zeit und mit noch viel mehr Strenge und Selbstdisziplin erreichen zu wollen, damit du dich nicht als völliger Versager fühlst.“

„Das klingt sehr traurig“, sagte der Neujahrsvorsatz. „Aber sag, neues Jahr, kann ich die Menschen irgendwie bei ihren Vorhaben unterstützen?“

„Ich denke schon“, antwortete das neue Jahr. „Mein Vorschlag: Wenn du wieder von einem Menschen in Beschlag genommen wirst, so melde dich zu Wort und frage nach, ob du (der Vorsatz) wirklich ein Herzenswunsch bist oder aus Pflichtgefühl heraus entstanden bist. Wenn ersteres der Grund ist, ist es sehr wahrscheinlich, dass du auch das Jahr über Bestand hast. Das Pflichtgefühl hingegen überdauert oft nicht so lang.“

„Oh, vielen Dank. Das klingt sehr hilfreich“, sagte der Vorsatz und freute sich ab diesem Moment schon darauf, dass die Menschen weiterhin Neujahrsvorsätze schmiedeten.

Und die Moral der Geschichte:

Gegen Neujahrsvorsätze ist nichts einzuwenden. Realistisch umsetzbarer sind sie allerdings, wenn du sie nicht nur aus deinem schlechten Gewissen und Pflichtgefühl heraus formulierst, sondern sie aus deinem Inneren heraus entstehen lässt. Alles Gute dafür und vor allem: Sei nicht zu streng mit dir!

Ich bin schon ganz aufgeregt, welchen Vorsatz ich dieses Jahr als Erstes über den Haufen werfe. (Gefunden auf Pinterest von Vollzeitprinzessin).