Eine Geschichte über die Wertschätzung und ihren Wert

Chaos überall. Ein Durcheinander, fernab von jeglichem Miteinander. Und mittendrin: die Verzweiflung. Tag ein, Tag aus muss sie hilflos mitansehen, wie das Zusammenleben der Menschen im Dorf von Tag zu Tag schlechter wird. Selbst bisherige Freunde wurden zu Feinden. Wie konnte es auch anders sein? Lautete doch das allgemeine Credo der Bewohner: „Ich – ich – ich und nach mir die Sintflut.“ Das machte sich natürlich auch im Zusammenleben der Leute bemerkbar. Man hatte kein nettes Wort mehr füreinander übrig. Ganz im Gegenteil: Jeder versuchte, den anderen zu übertrumpfen, um der Bessere zu sein. Nettigkeiten? Sie waren weit und breit nicht zu sehen.

Und wenn die Verzweiflung versuchte, mit den Bewohnern ins Gespräch zu kommen, wurde sie meistens nicht beachtet. Völlig unbeeindruckt rannten die Menschen an ihr vorüber. Diejenigen, die sich doch die Zeit nahmen, der Verzweiflung kurz zuzuhören – und das waren sehr, sehr wenige – fragte sie nach einer ehemaligen Dorfbewohnerin. Ob sie sich denn noch an sie erinnern könnten? Ihr Name war Wertschätzung. „Viele Jahre schon weder gehört noch gesehen,“ war die Antwort der meisten. Und Kinder schauten die Verzweiflung mit großen Augen an: Eine ehemalige Dorfbewohnerin namens Wertschätzung? Noch nie von dieser geheimnisvollen Dame gehört.

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