Wenn Körper und Geist Ruhe fordern

Woran es auch immer liegt – energetisch bin ich im Moment nicht auf meiner Höhe. Habe ich vor einiger Zeit noch für einen Halbmarathon trainiert, so bringen mich im Moment schon 5 km an meine Grenzen.

Und: Jeden Tag unter der Woche läutet der Wecker um 6.30 Uhr und reißt mich aus meinem Tiefschlaf – beim Aufwachen fühle ich mich, als wäre ich erst um 5 Uhr Früh von einer durchzechten Nacht heimgekommen, und das alles, obwohl ich frühzeitig ins Bett gegangen bin.

Oder andere Situation: Ich bin schon Stunden, bevor der Wecker überhaupt seinen ersten Ton von sich gibt, hellwach und wälze mich hin und her und möchte doch nur Schlaf finden.

Fazit: Umso mehr ich um (besseren) Schlaf kämpfe, desto weniger bin ich erfolgreich dabei.

Aber: Auch, wenn ich mir die Situation gerade anders wünschen würde, so zeigen mir Körper und Geist sehr klar, dass meine innere Balance nicht ganz im Gleichgewicht ist und auch auf der Welt passiert energetisch gerade unglaublich viel, was wir alle, aber noch intensiver feinfühlige Menschen, wahrnehmen.

Wenn Körper und Geist Ruhe brauchen

Ich ernähre mich gesünder denn je, schaue, dass ich meinen Schlaf bekomme, versuche in der Freizeit Ausgleich zu meiner vorwiegend sitzenden Büroarbeit zu finden und bin viel an der frischen Luft.

Aber: Körper und auch Geist sind ganz schön fordernd, wenn sie der Meinung sind, dass das noch nicht reicht und nein, sie lassen sich nicht mit weniger, als dem was sie benötigen, überlisten.

Ganz laut rufen sie im Moment nach Ruhe und ausgleichenden statt auspowernden Freizeitaktivitäten. Und so gönne ich mir inzwischen ohne schlechtes Gewissen das, was scheinbar gerade gebraucht wird – Rast anstelle von Rastlosigkeit.

Anfangs war das nicht so leicht für mich, habe ich doch von Kindestagen an den Spruch „Wer rastet, der rostet.“ zu hören bekommen. Ovid hingegen hatte eine völlig andere Auffassung und der kann ich inzwischen nur voll zustimmen:

Was ohne Ruhepausen geschieht, ist nicht von Dauer.

Und auch mein Körper spricht diese Sprache. Anstelle eines längeren Laufs sehnt er sich mehr nach Spazierengehen und statt anstrengendem muskelstärkendem Ashtanga-Yoga (dabei handelt es sich vor allem um schnelle, fließende Abfolgen von Positionen), bevorzugt er gerade muskelentspannendes Yin-Yoga (passives Yoga, in dem man minutenlang in einer sitzenden oder liegenden Position verweilt). Vor einem Jahr noch war für mich Yin-Yoga einfach langweilig, weil ich dachte, dass es nicht fordernd genug für mich sei. Gerade eben ist es der perfekte Ausgleich für meine innere Unruhe und Müdigkeit.

Wie du den Leistungsdruck an dich selbst loslässt

Geht es dir vielleicht gerade ähnlich? Nämlich, dass du dich ausgepowert fühlst und das Gefühl hast, eigentlich mehr leisten zu müssen, als das, was du gerade imstande bist zu leisten? Fühlst du dich deswegen weniger wert, weil du eigentlich das Bedürfnis hast, einfach nur sein zu dürfen, ohne Leistungsdruck? Hast du das Gefühl, du musst dich sportlich verausgaben, obwohl dir gerade nach gemütlicherer Bewegung zumute ist?

Dann könnte es dir vielleicht helfen, einfach mal in dich hineinzulauschen, ganz unbeeinflusst von Erwartungen rundherum. Und dann frage dich: Woher kommt dieses Gefühl, dass du mehr leisten müsstest? Ist das vielleicht eine Erwartung an dich, die dir von außen suggeriert wird? Was fühlt sich für dich persönlich im jetzigen Moment stimmig an, ganz egal, ob dies von außen als Leistung wahrgenommen wird oder nicht?

Ein Abend nur für dich? Ein ausgedehnter Spaziergang? Ein Kinobesuch?

Was auch immer es ist – es ist das, was du im Moment gerade brauchst und es steht dir zu, dem nachzugeben, denn:

Die Welt bleibt nicht gleich stehen, wenn du einmal eine Pause machst. (Unbekannt)

Die Welt bleibt nicht gleich stehen, wenn du einmal eine Pause machst.

Unbekannt

Und auch ich habe gelernt: Umso weniger ich gegen meinen derzeit teilweise schlechten Schlaf und mein niedriges Energielevel ankämpfe, sondern dies alles zulasse, desto wahrscheinlicher ist es, dass mein inneres Gleichgewicht bald wieder hergestellt wird.

Ein kleiner Hinweis noch: Sollte dein niedriges Energielevel doch über einen längeren Zeitraum unverändert bleiben, so wäre es jedenfalls ratsam, dies medizinisch abklären zu lassen, damit ausgeschlossen werden kann, dass deinem Körper gewisse Nährstoffe fehlen.