Welche Rolle der goldene Mittelweg auch in der Achtsamkeit spielt

Lang sind sie vorbei – die Zeiten, in denen ich zumindest am Wochenende oftmals bis frühmorgens unterwegs war und gefeiert habe – der Rest meines Wochenendes bestand dann aus schlafen, schlafen und nochmals schlafen, wie ein Igel im Winterschlaf. Auch wenn ich es inzwischen – zumindest zumeist – eher bevorzuge, meine Wochenenden etwas ruhiger und vor allem mit mehr Zeit in der Natur zu verbringen – so merke ich doch, dass sich für mich im Vergleich zur damaligen Zeit der Feierlaune etwas verändert hat.

Es fühlt sich so an, als hätte mich die intensive Auseinandersetzung mit meiner Person, damit verbunden eine gewisse Aufarbeitung von Mustern aus der Vergangenheit und dann noch der Kontakt mit den Themen „Achtsamkeit“ und „Meditation“ im Vergleich zu früher teilweise etwas beschwerter gemacht. Und es scheint so, als würde es mir inzwischen schwerer fallen, mich in gewissen Situationen zu integrieren.

Warum ich mich beschwerter fühle

Früher war auch ich beteiligt an Gesprächen, in welchen über dies & das gelästert wurde, sei es über Mitmenschen, Politiker oder die nervige Arbeit. Auch ich habe mich über Menschen aufgrund ihres Aussehens oder ihrer Art lustig gemacht, ohne den Hauch eines schlechten Gewissens zu haben. Es gehörte einfach dazu – man gehörte dadurch einfach dazu. Auch machte es mir nichts aus, in einem Restaurant zu essen, in welchem der Lärmpegel fast ein Rockkonzert überstieg.

Inzwischen merke ich, dass ich viele Gespräche als sehr oberflächlich empfinde und dann eher still werde, währenddessen ich mit den richtigen Gesprächsthemen so richtig aufblühe und aus mir herausgehe. Auch versuche ich, das Lästern über andere gänzlich sein zu lassen. Natürlich kann es hie und da passieren, dass ich – und dann aus Wut – ein schlechtes Wort über jemanden fallen lasse, aber mir geht es dann selbst schlecht dabei. Das, was mir früher egal war, nehme ich zwischenzeitlich um ein Vielfaches mehr in mir auf und reflektiere es.

Zusätzlich merke ich auch, dass ich sehr sensibel auf negative Stimmungen und Lärm rund um mich reagiere.

Viele der Empfindungen waren wahrscheinlich schon viel früher in mir, mir ist aber klar geworden, dass ich sie inzwischen durch die regelmäßige Übung einfach bewusster wahrnehme und ich feinfühliger geworden bin. Klingt anstrengend, ich weiß und vielleicht kennst auch du diese Situationen und fragst dich, wie du besser damit umgehen kannst?

Wie mit den neuen Empfindungen umgehen?

Ich für meinen Teil stelle mir schon seit geraumer Zeit diese Frage. Und oft genug höre ich auch innere Selbstzweifel, ob dies – nämlich der Weg der Persönlichkeitsarbeit, Achtsamkeit und Meditation – denn der richtige Weg sei und ich denn nicht besser dran wäre, wenn ich aufhören würde, soviel hinzuhören und auch zu hinterfragen?

Die Antwort, die ich darauf für mich gefunden habe, ist, dass ein Weg – egal in welche Richtung er geht – nicht in ein Extrem ausschlagen sollte. Der goldene Mittelweg – über ihn hat auch Buddha schon gelehrt. Auf meine Situation umgelegt bedeutet das für mich, dass ich auch Alltagsgesprächen eine Chance gebe, um so in Kontakt mit meinen Mitmenschen zu kommen und nicht nur spirituelle Gespräche suche. Auch merke ich, dass ich mich nicht gänzlich dem Stadtlärm entziehen sollte, da mich das nur in die Isolation treiben würde und somit auch meine Toleranz für Lärm nach und nach weiter sinken würde.

Und es muss nicht jede Situation und Begegnung auf die Waagschale gelegt werden. Auch wenn gesagt wird, dass jede Begegnung eine Bedeutung hat, frage ich mich, ob es denn nicht auch sein, dass man einfach einmal zur falschen Zeit am falschen Ort ist und eine Situation eben nichts mit einem persönlich zu tun hat?

Auch Spaß muss sein

Und was für mich das Allerwichtigste ist: dass ich trotz der intensiven Auseinandersetzung mit Achtsamkeit und Meditation noch Spaß haben und es mir auch mal erlauben kann, einfach weniger achtsam zu sein. Damit meine ich keine Rücksichtslosigkeit mir selbst und der Umwelt gegenüber, sondern mir einfach mal eine Pause zu gönnen und mich treiben zu lassen und wenn mir danach ist, auch wieder einmal auf den Putz zu hauen.

Die Auseinandersetzung mit sich selbst, seinen Schwächen und Gewohnheiten aus der Vergangenheit ist zwar schön, da man viel lernen und dadurch auch verändern kann, aber sie ist natürlich auch anstrengend. Und ich habe das Gefühl, dass wir genau in solchen Momenten vergessen, dass wir auch ein bisschen unbeschwerter sein dürfen.

Leben – Lieben – Lachen, das alles hat schon Osho (ein leider bereits verstorbener, aber für mich sehr inspirierender, wenn auch provokanter Philosoph aus Indien) zelebriert und an seine Mitmenschen weitergegeben bzw. weiterzugeben versucht. Ein Zitat von ihm lautet:

Fange an, diesen Moment zu leben und du wirst sehen – je mehr du lebst, desto weniger Probleme wird es geben.

Kein Wunder also, dass zum Beispiel die von ihm geschaffene Kundalini-Meditation (eine sehr empfehlenswerte 4-Phasen-Meditation mit dynamischen Elementen) auch freies Tanzen zum Thema hat.

Und vielleicht kennst du auch den Spruch:

Tanze, als ob dich niemand beobachten würde.
Liebe, als wärest du niemals verletzt worden.
Singe, als ob dich niemand hören könnte.
Lebe, als sei der Himmel auf Erden. (Souza)

Somit möchte ich dir sagen

Es kann beides nebeneinander Platz haben:
Wir können ernst sein, aber auch Spaß haben.
Wir können Belangloses reden – aber auch achtsame Worte finden.
Wir können alle Situationen hinterfragen – aber sie auch einfach annehmen.

Und: Wir können andere Menschen so sein lassen, wie sie sind. Denn was ich mir inzwischen bewusst bin: Nur weil ich für mich diesen Weg gefunden habe, muss das noch lange nicht der Weg für jeden anderen sein.

Falls du beispielsweise Menschen in deinem Umfeld hast, die du unbedingt davon überzeugen möchtest, dass der Weg, den du für dich gefunden hast, auch ihnen helfen kann, so möchte ich dir den Tipp geben, einfach ein Vorbild zu sein. Das kann – wenn die Saat gesät ist, am meisten bewirken.

Für heute möchte ich mich mit folgendem Zitat von dir verabschieden:

Wenn wir Freude am Leben haben, kommen die Glücksmomente von selber. (Ernst Ferstl)

Falls du Lust hast, mir von deinen eigenen Erfahrungen zu erzählen, würde ich mich freuen, von dir zu lesen.

Wie der Lärm und die Stille von Gegnern zu Freunden wurden

Es waren einmal zwei Personen, die gar nicht miteinander konnten. Die eine hieß Lärm und die andere Stille. Sie hielten es nie am gleichen Ort aus, denn wenn der Lärm schon da war, sah sich die Stille in Gefahr und umgekehrt.

Der Lärm konnte einfach nicht verstehen, wie die Stille so ganz ohne ihn auskommen konnte und warum sich die Stille immer die Ohren zuhielt, wenn sie ihn schon von Weitem sah.

Die Stille wiederum fand den Lärm einfach rücksichtslos. Denn selbst wenn sie ihn noch nicht einmal sehen konnte, so konnte sie ihn schon aus kilometerweiter Entfernung hören. Das wühlte die Stille, die sonst die Einsamkeit gewohnt war, immer sehr auf.

Kaum war der Lärm in ihrer Nähe, konnte sie sich auf nichts anderes mehr konzentrieren, es war alles so laut in ihren Ohren und es schien so, als würde es nur noch den Lärm rund um sie geben. Der Lärm brachte sie einfach vollkommen durcheinander. Er hingegen fand die Stille einfach nur stinklangweilig. Was kann das nur für ein einsames, trauriges Leben sein, dachte er sich immer, wenn er die Stille aus der Ferne sah. Im Inneren aber spürte er, dass von der Stille eine unglaubliche Macht ausging. Die wenigen Momente, in denen er völlig ungeplant mit ihr konfrontiert wurde, hatte er irgendwie das Gefühl, eine Stimme zu hören. Es schien so, als würde ihm diese Stimme seinen wahren Weg und seine Bedürfnisse, die er sonst nie hören kann, offenbaren wollen.

Was weder der Lärm noch die Stille wussten: Sie hatten eine gemeinsame Freundin – die Toleranz.

Die Toleranz konnte sich den offensichtlichen Konflikt zwischen der Stille und dem Lärm nicht mehr mitansehen und schmiedete einen Plan. Ohne, dass der Lärm und die Stille irgendetwas ahnten, lud die Toleranz sie beide zur gleichen Zeit in ihr Lieblingslokal – den köstlichen Frieden – ein. Der Lärm kam kurz nach der Stille im Lokal an und als er sie und die Toleranz am gleichen Tisch sitzen sah, konnte er keinen Rückzieher mehr machen und gesellte sich mit einem inneren Widerstand zu ihnen.

Anfangs noch in Angriffslaune und völlig ohne Verständnis für sein Gegenüber lauschte der Lärm der Stille und merkte immer mehr, wie seine anfängliche Ablehnung plötzlich zu Neugier und Interesse wurde. Die Art und Weise, wie die Stille von ihren Erfahrungen berichtete, war für ihn völlig neu und doch irgendwie bekannt. Denn die Stille erzählte genau von dieser inneren Stimme, die er ja selbst auch schon wahrgenommen hatte und die ihr offensichtlich den Mut gab, ihren eigenen Weg zu gehen.

Umgekehrt konnte aber auch die Stille beginnen, sich in Anwesenheit von Lärm wohl zu fühlen, da sie merkte, dass es ganz an ihr lag, in seiner Anwesenheit trotzdem bei sich bleiben zu können. Es wurde ihr klar, dass der Lärm genauso wie sie zum Leben gehörte und neben ihr existieren konnte, ohne dass sie um ihre Existenz bangen musste.

Nach diesem Abend war es dem Lärm und der Stille endlich möglich, einander freundlich zu begegnen. Und die Toleranz freute sich, dass sie wieder einmal zwei Gegner zu einem Miteinander bewegen konnte.

Warum es hilft, sich der Vergänglichkeit bewusst zu sein

Sterben? Tod? Das Ende?

Wie geht es dir, wenn du diese Worte liest? Fühlt sich das alles für dich noch in weiter Ferne an? Lösen diese Worte etwas Unbehagen aus? Oder blickst du diesem Thema völlig gelassen entgegen?

Gerade kürzlich wurde ich mit dem Tod konfrontiert, völlig überraschend. Obwohl es niemand aus der engsten Familie war, so war es doch jemand, den ich von Kindestagen an kannte und der sehr plötzlich von uns gegangen ist. Als ich die Nachricht gelesen habe, war in meinem Büro gerade eine hitzige Diskussion zugange. Über dies und das. Was es war, hat inzwischen vermutlich jeder der Beteiligten schon wieder vergessen, in jenem Moment schien es aber das Bedeutendste der Welt zu sein.

Es bedurfte nur das Lesen des Wortes „gestorben“, um mich in Sekundenschnelle wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen. Bumm zack. Innerhalb von Minuten oder sogar Sekunden kann sich alles ändern und dann? Nichts würde mehr so sein, wie es mal war.

Wie uns das Bewusstmachen von Vergänglichkeit helfen kann

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Warum Bewerten nur eine Form von Mutmaßen ist

Die Geschichte von Vater, Sohn und Esel

Ein Vater zog mit seinem Sohn und einem Esel in der Mittagshitze durch die staubigen Gassen. Der Sohn führte und der Vater saß auf dem Esel.

„Der arme kleine Junge“, sagte ein vorbeigehender Mann. „Seine kurzen Beine versuchen, mit dem Tempo des Esels Schritt zu halten. Wie kann man nur so faul auf dem Esel sitzen, wenn man sieht, dass das Kind sich müde läuft?”

Der Vater nahm sich dies zu Herzen, stieg hinter der nächsten Ecke ab und ließ den Jungen aufsitzen.

Es dauerte nicht lange, da erhob schon wieder ein Vorübergehender seine Stimme: „So eine Unverschämtheit! Sitzt doch der kleine Bengel wie ein König auf dem Esel, während sein armer, alter Vater nebenherläuft.“ Dies tat nun dem Jungen leid und er bat seinen Vater, sich mit ihm auf den Esel zu setzen.

„Ja, gibt es sowas?“, sagte eine alte Frau. „So eine Tierquälerei! Dem armen Esel hängt der Rücken durch und der junge und der alte Nichtsnutz ruhen sich auf ihm aus. Der arme Esel!“

Vater und Sohn sahen sich an, stiegen beide vom Esel herunter und gingen neben dem Esel her. Dann begegnete ihnen ein Mann, der sich über sie lustig machte: „Wie kann man bloß so dumm sein? Wofür hat man einen Esel, wenn er einen nicht tragen kann?“

Der Vater gab dem Esel zu trinken und legte dann die Hand auf die Schulter seines Sohnes. „Egal, was wir machen“, sagte er, „es gibt immer jemanden, der damit nicht einverstanden ist. Ab jetzt tun wir das, was wir selber für richtig halten!“ Der Sohn nickte zustimmend.

(Aus dem Buch „Der Kaufmann und der Papagei“ von Nossrat Peseschkian)

Die Geschichte hat mich einerseits zum Schmunzeln, anderseits aber auch zum Nachdenken gebracht.

Wie oft bewerten wir?

Als ich mir nämlich die Frage stellte, wie oft ich eine Situation bewerte, obwohl ich nur einen Ausschnitt von ihr wahrnehme, wurde mir etwas anders. Die ehrliche Antwort: so gut wie immer. Vermutlich hätte ich in der Geschichte zuvor auch einer der Vorübergehenden mit ähnlichen Gedanken sein können.

Was löst die Geschichte in dir aus? Kannst du voller Überzeugung sagen, dass du keine verurteilenden Gedanken gehegt hättest?

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Warum wir die Welt so sehen, wie wir sind

Einleitend eine Sufi-Geschichte:

Ein Wanderer ist auf Zimmersuche in einer neuen Stadt. Er befragt den örtlichen Weisen:
Meister, wie sind die Menschen in dieser Stadt?

Der Meister stellt ihm eine Gegenfrage:
Wie sind die Menschen in der Stadt, aus der du gezogen kommst?
Oh, dort waren alle Gesindel, Tagediebe und Hungerleider.

Der Weise rät dem Fremden:
Freund, ziehe weiter. Die Städter hier sind auch so.

Stunden später erscheint ein anderer Wohnungssuchender bei dem Weisen, um ihn zu fragen:
Meister, wie sind die Menschen in dieser Stadt?

Entgegnet der Weise:
Wie sind die Menschen dort, wo du bisher gelebt hast?

Antwortete der Wanderer:
Oh, Ich bin ungern weggezogen, weil sie alle so freundlich, hilfsbereit, herzensgut und zuvorkommend sind.

Rät ihm der Meister:
Freund, bleibe hier. Wir sind ebenso!

Was mich die Geschichte (gefunden auf spiritualwiki.org) persönlich lehrt?

Dass ich es selbst bin, die die Welt in gut oder böse, schön oder hässlich, friedvoll oder konfliktvoll, freudig oder deprimierend einteilt.

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Wie du deinen Weg gehen kannst

Mal links, dann rechts, dann gerade aus und irgendwann doch wieder ein paar Schritte zurück. Vielleicht kommt dir das bekannt vor, wenn du versuchst, deinen Weg zu gehen, auf dessen Pfaden du dich oftmals im Kreis drehst.

Mir zumindest geht es so. Ich gehe und gehe, oftmals ziellos und bin dann wehmütig dem gestrigen Tag gegenüber, an dem ich noch so viel erledigen hätte wollen und leide, wenn ich an morgen denke, da ich noch nicht weiß, wie ich das Morgen sinnvoll verwenden kann. Und während des Gehens frage ich mich:

Wohin noch mag mein Weg mich führen? Närrisch ist er, dieser Weg, er geht in Schleifen, er geht vielleicht im Kreise. Mag er gehen, wie er will, ich will ihn gehen. (Herrmann Hesse)

Auch, wenn mir gerade noch unklar ist, wohin er mich führt – mein persönlicher Weg, er bringt mich weiter, Monat für Monat, Jahr für Jahr.

Wenn du dich zurückerinnerst, weißt du noch, wo du für fünf Jahren standest? Und dann denke darüber nach, wo du jetzt schon stehst? Hast du dann noch immer das Gefühl, keinen Schritt weiter zu sein?

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Was Kinder dich lehren können (und eine praktische Übung)

Eine U-Bahn-Fahrt am Montag Morgen – grimmige Gesichter, wohin man sieht. Doch da – plötzlich ein kleines Kind, das sich von der etwas gedrückten Stimmung zum Glück nicht beeinflussen lässt. Es lacht und nutzt die Zeit, um aus der Fahrt sein persönliches Abenteuer zu machen. Das ehrliche und laute Lachen des kleinen Geschöpfes ist unweigerlich ansteckend. Und plötzlich kann man auch in den Gesichtern so mancher Erwachsenen ein leichtes Anheben der Mundwinkel feststellen. Für einen Augenblick ist er vergessen – der Montag Morgen.

Was also ist das Geheimnis, das Kinder in sich tragen?

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Wenn die Wut die Gelassenheit überholt

Buddha wurde gefragt:

„Was hast du durch Meditation gewonnen?“

Er antwortete:

„Nichts! Aber, lass mich dir sagen, was ich verloren habe:

Besorgnis, Schwermut, Zorn, Unsicherheit, die Angst vor dem Altern und dem Tod.“

Es ist bewundernswert, dass Buddha einen solchen Zustand erreicht hat – einen Zustand, in dem alltägliche Gefühle, die uns wohl nicht gerade bestärken, keine Rolle mehr spielen. Persönlich muss ich mir aber eingestehen, dass ich trotz jahrelanger Meditation jeden einzelnen dieser Gefühlszustände nach wie vor kenne und mich immer wieder von ihnen überrumpelt fühle.

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Was Neujahrswünsche den Vorsätzen voraushaben

Die Tage zum Jahresende hin waren sehr intensiv für mich, aber nicht, weil ich damit zu tun hatte, von einem Verwandtenbesuch zum nächsten zu hetzen oder den Hüftspeck vom ausgiebigen Schlemmen rund um die Weihnachtsfeiertage im Fitnesscenter abzutrainieren, sondern weil ich ganz mit mir war. Grund war der Besuch eines fünftägigen Schweigeretreats im ZENtrum am Mondsee.

Über die durchaus intensiven Erfahrungen dort berichte ich bestimmt ein anderes Mal. Was mich zu meinem heutigen Beitrag veranlasst hat und auch Thema am Retreat war, ist unser Umgang mit dem Jahresbeginn.

Bist du eher der Typ für strikte Neujahrsvorsätze wie mehr Sport – weniger ungesund ernähren – aufhören zum Rauchen? Oder: Siehst du dem neuen Jahr positiv und ohne große Selbstgeißelung entgegen und fokussierst du dich auf deine Wünsche und das, was du erreichen möchtest?

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Alle Jahre wieder oder heuer nicht?

Alle Jahre wieder…kommt das Christkind und bevor es kommt, der vorprogrammierte Weihnachtsstress. Der gezwungene Besuch eines Einkaufszentrums am Samstag Vormittag hat mich sprachlos zurückgelassen und zwangsweise zum Nachdenken darüber gebracht, was Weihnachten beziehungsweise die Zeit davor mit uns macht. Daher mein Versuch, uns alle wieder an die Besinnlichkeit und das wohl bedeutendste Geschenk für andere, nämlich Zeit, Wertschätzung und Liebe füreinander, zu erinnern.

Doch wie ist die Realität?

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